Bewerbung nach Beruf
Bewerbung als Dachdecker: Anschreiben & Lebenslauf
Bewerbung als Dachdecker: Anschreiben-Muster, Lebenslauf-Schwerpunkte und Tipps für Steildach, Flachdach, Abdichtung und Energietechnik am Dach.
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Kurz erklärt: Eine Bewerbung als Dachdecker überzeugt, wenn sie die Fachrichtung klar benennt: Dachdeckungstechnik am Steildach, Abdichtungstechnik am Flachdach, Energietechnik mit Photovoltaik oder Reetdachtechnik im Norden. Dachdeckereien suchen aktuell stark, weil Sanierung und Energiewende die Auftragsbücher füllen. Im Anschreiben zählen handfeste Belege: Höhentauglichkeit nach G41, PSAgA-Schulung zur Absturzsicherung, Materialkenntnis von Tondachziegel bis Titanzink und idealerweise Erfahrung mit PV-Montage am Dach. Der Lebenslauf listet Eindeckungsarten, Klempnerarbeiten, Dachfenster-Montage und Gerüstkenntnisse konkret auf. Wer den Gesellenbrief im Dachdeckerhandwerk hat, sollte ihn prominent zeigen. Dieser Artikel liefert ein vollständiges Anschreiben-Muster für eine Bewerbung als Dachdeckergeselle bei einer mittelständischen Dachdeckerei mit PV-Schwerpunkt, die wichtigsten Lebenslauf-Schwerpunkte und Hinweise zu Tarif, Gehalt und Weiterbildung bis zum Vorarbeiter oder Meister.
Fachrichtungen im Dachdeckerhandwerk
Dachdecker ist nicht gleich Dachdecker. Das Handwerk gliedert sich in mehrere Fachrichtungen, und Ihre Bewerbung wirkt deutlich stärker, wenn Sie Ihren Schwerpunkt klar zuordnen. Ein Betrieb, der überwiegend Flachdächer abdichtet, sucht andere Erfahrung als eine Dachdeckerei mit Schwerpunkt Steildach-Sanierung.
Dachdeckungstechnik (Steildach)
Die klassische Fachrichtung dreht sich um das geneigte Dach. Hier verlegen Sie Tondachziegel, Betondachstein, Naturschiefer oder Faserzement, im Norden auch Reet. Gefragt sind sauberes Lattenrichten, Unterspannbahnen, First- und Gratausbildung sowie die Einbindung von Dachfenstern. Wer Schiefer in altdeutscher Deckung beherrscht, hat ein starkes Argument, denn diese Handfertigkeit ist selten geworden.
Abdichtungstechnik (Flachdach)
Am Flachdach arbeiten Sie mit Bitumenbahnen oder Kunststoffbahnen aus EPDM, PVC oder FPO. Schweißen, Verkleben und das fehlerfreie Anarbeiten an Durchdringungen und Attiken sind Kernkompetenzen. Wenn Sie Erfahrung mit Heißluftschweißen von Kunststoffbahnen mitbringen, gehört das unbedingt in die Bewerbung.
Energietechnik an Dach und Fassade
Das wohl wichtigste Wachstumsthema: Photovoltaik, Solarthermie und Gründach. Mit der Energiewende montieren Dachdecker immer häufiger PV-Anlagen direkt am Dach, von der Unterkonstruktion bis zur regensicheren Durchführung. Reetdachtechnik in Norddeutschland und die Außenwandbekleidung an der Fassade runden das Spektrum ab. Erfahrung mit PV-Montage ist derzeit fast ein Türöffner.
Arbeitgeber-Typen: Wo Dachdecker gesucht werden
Der Markt ist breit, und je nachdem, wo Sie sich bewerben, sollten Sie andere Schwerpunkte setzen.
Mittelständische Dachdeckerei. Der häufigste Arbeitgeber. Hier decken Sie Steildächer ein, dichten Flachdächer ab und übernehmen zunehmend PV-Montagen. Vielseitigkeit zählt, weil kleine Trupps von der Sanierung bis zum Neubau alles bedienen.
Spezialbetrieb für Flachdach und Abdichtung. Industrie- und Gewerbehallen brauchen große Abdichtungsflächen. Hier punkten Sie mit Bahnenschweißen, Gefälledämmung und Detailkenntnis an Lichtkuppeln und Entwässerung.
Energie- und Solarfokus. Betriebe mit PV-Schwerpunkt suchen Dachdecker, die das Dach verstehen und gleichzeitig die Montage von Solartechnik beherrschen. Die Schnittstelle zwischen Dachdeckerhandwerk und Energiewende ist gefragt wie nie.
Reetdachbetrieb im Norden. Eine Nische mit hohem Spezialwissen. Wer Reet decken kann, findet zwischen Nordsee und Ostsee verlässlich Arbeit.
Beachten Sie die saisonale Natur der Branche. Im Sommer und Herbst läuft das Geschäft auf Hochtouren, im Winter bremst der Wintereinbruch viele Außenarbeiten. Eine Bewerbung im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr trifft daher oft auf den größten Einstellungsbedarf.
Anschreiben-Beispiel: Dachdeckergeselle bei einer Dachdeckerei mit PV-Schwerpunkt
Das folgende Muster zeigt eine Bewerbung als Dachdeckergeselle bei einer mittelständischen Dachdeckerei in Bremen, die ihren Schwerpunkt auf Photovoltaik am Dach legt. Es folgt der Norm DIN 5008 und umfasst rund 250 Wörter.
Lennart Brinkmann Friesenstraße 14 28203 Bremen Telefon 0421 9988776 lennart.brinkmann@email.de
Nordlicht Bedachungen GmbH Herrn Frank Osterloh Industriestraße 27 28197 Bremen
Bremen, 17. Mai 2026
Bewerbung als Dachdeckergeselle mit Schwerpunkt Photovoltaik
Sehr geehrter Herr Osterloh,
Ihre Stellenanzeige hat mich sofort angesprochen, weil Sie Steildach-Eindeckung und PV-Montage unter einem Dach vereinen. Genau diese Verbindung suche ich für den nächsten Schritt in meinem Beruf.
Meine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk habe ich 2023 mit dem Gesellenbrief abgeschlossen. Seitdem habe ich überwiegend Steildächer mit Tondachziegel und Naturschiefer eingedeckt, Dachfenster eingebaut und Klempnerarbeiten an Kehlen und Schornsteinköpfen ausgeführt. Im vergangenen Jahr habe ich an zwölf PV-Aufdachanlagen mitgearbeitet, von der Montage der Dachhaken bis zur regensicheren Kabeldurchführung. Die Energiewende am Dach ist für mich kein Schlagwort, sondern tägliche Praxis.
Sicherheit hat für mich Vorrang. Meine Höhentauglichkeit nach G41 ist aktuell, die PSAgA-Unterweisung zur Absturzsicherung habe ich zuletzt im Februar 2026 aufgefrischt. Mit Gerüstaufbau und mobilen Anschlagpunkten gehe ich routiniert um.
Ich bin körperlich belastbar, schwindelfrei und arbeite gern im eingespielten Trupp. Ein Führerschein der Klasse B liegt vor, sodass ich flexibel zu Ihren Baustellen im Bremer Umland komme.
Über eine Einladung zum Gespräch freue ich mich sehr. Gern stelle ich Ihnen Fotos abgeschlossener Projekte persönlich vor.
Mit freundlichen Grüßen
Lennart Brinkmann
Auffällig ist, wie konkret die Belege sind: keine Floskeln, sondern G41, PSAgA, zwölf PV-Anlagen und benannte Materialien. So überzeugt eine Bewerbung in der Dachdeckerei.
Lebenslauf-Schwerpunkte für Dachdecker
Der Lebenslauf eines Dachdeckers lebt von handfesten Angaben. Personalverantwortliche wollen auf einen Blick sehen, welche Eindeckungen Sie beherrschen und welche Pflichtnachweise vorliegen. Vermeiden Sie vage Formulierungen und listen Sie stattdessen konkret auf.
Eindeckungs- und Abdichtungsarten:
- Steildach: Tondachziegel, Betondachstein, Naturschiefer (auch altdeutsche Deckung), Faserzement
- Flachdach: Bitumenbahnen (Schweißen), Kunststoffbahnen EPDM, PVC und FPO
- Metalleindeckung: Zink, Kupfer, Titanzink
- Reetdach, sofern vorhanden (Norddeutschland)
Klempner- und Anschlussarbeiten:
- Dachrinnen und Fallrohre, Kehlbleche, Wandanschlüsse
- Schornsteinkopf-Verkleidung und Abdichtung
- Außenwandbekleidung und Fassadenbekleidung
Geräte, Maschinen und Werkzeuge:
- Heißluftschweißgerät für Kunststoffbahnen, Bitumenbrenner
- Schiefer- und Falzwerkzeug, Bördel- und Abkantmaschine
- Gerüstaufbau, Dachfenster-Montage (Velux und vergleichbar)
- PV-Montagesysteme, Dachhaken und Unterkonstruktion
Pflichtqualifikationen und Nachweise:
- Höhentauglichkeit nach G41 (arbeitsmedizinische Vorsorge)
- PSAgA: persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, Unterweisung aktuell
- Gerüstkenntnisse und sicherer Umgang mit Anschlagpunkten
- Führerschein Klasse B, idealerweise BE für Anhänger
Software und Dokumentation (falls vorhanden):
- Aufmaß- und Dokumentations-Apps auf der Baustelle
- Grundkenntnisse Bauplanlesen und Aufmaßerstellung
Setzen Sie den Gesellenbrief und das Ausbildungsjahr klar an den Anfang der Qualifikationen. Wenn Sie bereits als Vorarbeiter Trupps geführt haben, gehört das prominent in die Berufserfahrung, denn Führungsverantwortung ist im Handwerk ein starkes Argument.
Weiterbildung, Tarif und Gehalt im Dachdeckerhandwerk
Das Dachdeckerhandwerk bietet eine klare Aufstiegsleiter, und die sollten Sie kennen, bevor Sie über Ihre Gehaltsvorstellung verhandeln. Nach dem Gesellenbrief führt der Weg über den Vorarbeiter hin zum geprüften Polier oder zum Dachdeckermeister. Der Meisterbrief öffnet die Tür zur Selbstständigkeit und zur Ausbildung eigener Lehrlinge.
Zur groben Orientierung dienen folgende Bruttowerte pro Monat, abhängig von Region, Betriebsgröße und Tarifbindung:
- Geselle: etwa 2.800 bis 3.400 Euro
- Vorarbeiter: etwa 3.400 bis 3.900 Euro
- Meister: etwa 3.800 bis 4.800 Euro
Viele Betriebe sind an den Tarif im Dachdeckerhandwerk gebunden, was Lohnstufen, Zuschläge und Urlaubsanspruch regelt. Erkundigen Sie sich im Gespräch, ob der Betrieb tarifgebunden ist, denn das beeinflusst Ihr Einkommen spürbar.
Spannend ist das Spezialisierungsthema Photovoltaik. Wer eine Zusatzqualifikation in der PV-Montage am Dach mitbringt, ist auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt. Die hohe Nachfrage entsteht aus zwei Richtungen gleichzeitig: dem allgemeinen Sanierungsstau bei älteren Dächern und der Energiewende mit ihrem Schub für Solartechnik. Beides sorgt dafür, dass gut qualifizierte Dachdecker derzeit selten arbeitslos sind.
Wenn Sie sich auf die Energietechnik am Dach festlegen wollen, lohnt ein Blick auf Schulungen zu Solarthermie und Gründach. Auch die Abdichtungstechnik am Flachdach bietet mit der Detailarbeit an Kunststoffbahnen ein eigenes Weiterbildungsfeld. Je klarer Ihr Profil, desto leichter findet Sie der passende Betrieb.
Häufige Fragen
Welche Nachweise gehören zwingend in die Bewerbung als Dachdecker?
Unverzichtbar sind die Höhentauglichkeit nach G41 und der Nachweis der PSAgA-Unterweisung zur Absturzsicherung. Ohne diese arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Grundlagen darf niemand aufs Dach. Nennen Sie beide im Anschreiben und im Lebenslauf, idealerweise mit dem Datum der letzten Auffrischung. Ergänzend zählen Gerüstkenntnisse und der Führerschein Klasse B, weil Sie zu wechselnden Baustellen kommen müssen.
Wie wichtig ist Erfahrung mit Photovoltaik?
Sehr wichtig, und der Trend verstärkt sich. Durch die Energiewende montieren Dachdecker immer mehr PV-Anlagen direkt am Dach. Wer die Unterkonstruktion, das Setzen der Dachhaken und die regensichere Durchführung beherrscht, hat einen klaren Vorteil. Selbst wenn Sie erst wenige Anlagen begleitet haben, sollten Sie diese Erfahrung konkret mit Zahlen benennen, denn Betriebe mit PV-Schwerpunkt suchen genau dieses Profil.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Bewerbung in der Dachdeckerei?
Das Dachdeckerhandwerk ist saisonal geprägt. Im Sommer und Herbst läuft das meiste Geschäft, im Winter bremst der Wintereinbruch viele Außenarbeiten. Der größte Einstellungsbedarf entsteht oft im Spätwinter und zeitigen Frühjahr, wenn Betriebe ihre Trupps für die Hauptsaison aufstocken. Wer dann bewirbt, trifft auf die meisten offenen Stellen.
Lohnt sich der Meisterbrief im Dachdeckerhandwerk?
Ja, sowohl finanziell als auch beruflich. Der Meister verdient mit etwa 3.800 bis 4.800 Euro brutto deutlich mehr als der Geselle und kann sich selbstständig machen sowie Lehrlinge ausbilden. Angesichts der hohen Nachfrage durch Sanierung und Energiewende sind selbstständige Dachdeckermeister derzeit gut ausgelastet. Der Weg führt über Berufserfahrung und die Meisterschule, oft berufsbegleitend.
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