Bewerbungs-Glossar

Die wichtigsten Begriffe rund um Anschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespraech und KI-Bewerbung. Verstaendlich erklaert, mit Beispielen und Bezug zu unseren Ratgebern.

Anschreiben

Form, Aufbau und Sonderformen rund um das Bewerbungsanschreiben.

Anrede im Anschreiben

Die Anrede ist die formelle Begrüßungs-Zeile am Anfang eines Anschreibens, direkt vor dem eigentlichen Brief-Text. Sie endet mit einem Komma, steht an der linken Margin und wird durch eine Leerzeile vom ersten Absatz getrennt. Die richtige Form richtet sich danach, ob du einen konkreten Ansprechpartner kennst.

Anschreiben

Das Anschreiben ist der erklaerende Brief in einer Bewerbung. Es ist die persoenliche Begruendung, warum du dich auf eine bestimmte Stelle bewirbst, und ergaenzt den Lebenslauf um Motivation und Passung. Laenge: eine Seite, Format: DIN 5008.

Initiativbewerbung

Bewerbung ohne konkrete Stellenausschreibung. Die Bewerberin oder der Bewerber wendet sich aus eigener Initiative an ein Unternehmen, oft gezielt an die Wunsch-Abteilung. Sinnvoll fuer Nischenrollen und Branchen mit verstecktem Arbeitsmarkt.

Kurzbewerbung

Reduzierte Form der Bewerbung mit nur Anschreiben und einseitigem Lebenslauf, ohne Zeugnisse und Anlagen. Geeignet fuer Initiativbewerbungen, Job-Messen, niederschwellige Sondierungen und Branchen, in denen schnelle Erst-Sichtung wichtig ist.

Motivationsschreiben

Eigenstaendiges Dokument, in dem du deine persoenliche Motivation, Ziele und Eignung fuer Studium, Stipendium oder Programm ausfuehrlich begruendest. Anders als das Anschreiben ist es zweiseitig moeglich, persoenlicher und fokussiert auf Werdegang und Perspektive.

Quereinsteiger

Bewerber, die in eine Branche oder Berufsrolle wechseln, fuer die sie keine klassische Ausbildung haben. Quereinstieg ist heute in vielen Branchen moeglich, vor allem in Tech, Vertrieb, Pflege, Lehrberufen und Verwaltung. Erfordert klare Story und uebertragbare Skills.

Lebenslauf

Aufbau, Layout und Bestandteile des Lebenslaufs.

Bachelorzeugnis

Das Bachelorzeugnis ist das offizielle Abschluss-Dokument nach einem erfolgreich absolvierten Bachelor-Studium an einer deutschen Hochschule. Es besteht aus mehreren Bestandteilen, darunter Bachelor-Urkunde, Notenübersicht und Diploma Supplement, und ist in Bewerbungen für Berufseinsteiger:innen ein zentraler Nachweis der akademischen Qualifikation.

Bewerbungsfoto

Professionelles Portraitfoto, das traditionell Teil der deutschen Bewerbung war. Seit Inkrafttreten des AGG (2006) freiwillig. In klassischen Branchen weiterhin verbreitet, im internationalen Kontext, in Tech und Startups eher unueblich oder verpoent.

Kompetenzprofil

Ein Kompetenzprofil ist eine strukturierte Übersicht der beruflich relevanten Kompetenzen und Erfahrungen einer Person. Es steht meist als Kurz-Profil auf der ersten Seite des Lebenslaufs oder als eigenständiges Dokument vor dem Lebenslauf und fasst die wichtigsten Stärken in einem 30-Sekunden-Scan zusammen.

Lücke im Lebenslauf

Eine Lücke im Lebenslauf ist ein Zeitraum im beruflichen Werdegang, in dem keine reguläre Beschäftigung wie Job, Ausbildung oder Studium dokumentiert ist. Kurze Lücken bis drei Monate sind unauffällig, längere Phasen sollten sachlich benannt und mit einer inhaltlichen Beschäftigung verknüpft werden.

Schlüsselqualifikation

Schlüsselqualifikationen sind überberufliche, übertragbare Kompetenzen, die in vielen Berufen und Lebenssituationen wichtig sind. Sie ergänzen die Fach-Kompetenz und gelten als zentraler Erfolgsfaktor in einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt. Typische Beispiele sind Team-Fähigkeit, analytisches Denken, Kommunikations-Stärke und Belastbarkeit.

Tabellarischer Lebenslauf

Standardform des Lebenslaufs in Deutschland: chronologisch nach Datum sortiert, in Spalten oder mit linksbuendigen Daten, ueblicherweise antichronologisch (juengste Station oben). Loest den ausformulierten Lebenslauf seit Jahrzehnten ab.

Weiterbildung

Weiterbildung umfasst alle Maßnahmen, mit denen Berufstätige ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten nach der Erstausbildung erweitern. Sie reicht von kurzen Zertifikatskursen über Aufstiegsfortbildungen wie Meister oder Fachwirt bis zur Umschulung und zum berufsbegleitenden Studium. In der Bewerbung belegt sie Lernbereitschaft und aktuelle Qualifikation.

Bewerbungsstrategie

Bewerbungsformen, Bestandteile der Mappe und Gehalt.

Active Sourcing

Active Sourcing bezeichnet die proaktive Direkt-Ansprache passender Kandidaten durch Recruiter und Personalverantwortliche, statt auf eingehende Bewerbungen zu warten. Es ist das Gegenteil des klassischen Post-and-Pray-Recruitings und besonders im Tech-, IT- und Fachkräftemangel-Bereich verbreitet.

Arbeitszeugnis

Schriftliches Zeugnis ueber Art und Dauer der Taetigkeit, in Deutschland gesetzlich verankert (Paragraf 109 GewO). Das qualifizierte Arbeitszeugnis bewertet zusaetzlich Leistung und Verhalten. Bewertungen erfolgen ueber konventionelle Formulierungen, die Notenstufen abbilden.

Bewerbungsmappe

Gesamtheit aller Bewerbungsunterlagen, frueher als physische Mappe verschickt, heute meist als PDF zusammengefasst. Bestandteile: Anschreiben, Lebenslauf, optional Deckblatt, Zeugnisse und Anlagen. Reihenfolge ist konventionsgebunden.

Bewerbungsverfahren

Das Bewerbungsverfahren bezeichnet den gesamten standardisierten Prozess von der Stellenausschreibung bis zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters. Es umfasst alle Phasen, in denen ein Arbeitgeber Bewerberinnen und Bewerber prüft, auswählt und schließlich einstellt. Synonyme sind Auswahlverfahren, Bewerbungsprozess, Recruiting-Prozess oder Hiring-Prozess.

Deckblatt

Optionale erste Seite einer Bewerbungsmappe mit Name, Stellenbezeichnung, optional Foto und Kontaktdaten. In Deutschland nicht Pflicht. Sinnvoll bei umfangreichen Mappen, in vielen modernen Bewerbungen aber weglassbar.

Eintrittstermin

Der Eintrittstermin ist das Datum, ab dem du eine neue Arbeitsstelle antreten kannst. Er wird üblicherweise im Schlussabsatz des Anschreibens genannt, ist entweder konkret datiert oder als "frühestmöglich" formuliert und ergibt sich aus deiner aktuellen Kündigungsfrist, eventuellem Resturlaub und persönlichen Übergangsphasen.

Gehaltsvorstellung

Im Anschreiben oder Bewerbungsformular genannter Brutto-Jahresgehalts-Wunsch. In Deutschland nur dann verpflichtend, wenn explizit gefordert. Recherchebasiert formuliert, oft als Spanne, idealerweise mit knapper Begruendung.

Headhunter

Ein Headhunter ist ein professioneller Personalberater oder Executive-Search-Berater, der im Auftrag von Unternehmen gezielt nach passenden Kandidaten für meist gehobene Positionen sucht. Er spricht potenzielle Bewerber direkt an, häufig auch dann, wenn diese gar nicht aktiv auf Jobsuche sind.

Hospitation

Eine Hospitation ist ein begleitendes Mitlaufen und Beobachten im Betrieb, oft als Schnuppertag im Bewerbungsprozess oder zur beruflichen Orientierung. Anders als bei der Probearbeit beobachtest du primär, ohne aktiv mitzuarbeiten. Eine reine Hospitation gilt als verlängertes Vorstellungsgespräch und ist meist unvergütet.

LinkedIn-Profil

Online-Profil auf der Karriere-Plattform LinkedIn, das deinen beruflichen Werdegang oeffentlich abbildet. In Deutschland zunehmend wichtiger Bestandteil der Bewerbungs-Strategie, vor allem fuer Fach- und Fuehrungskraefte sowie internationale Rollen. Ersetzt den Lebenslauf nicht, ergaenzt ihn aber.

Nachfassen

Nachfassen bedeutet, nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch höflich beim Arbeitgeber nach dem aktuellen Stand zu fragen. Auch Nachhaken oder Follow-up genannt, hält es deine Bewerbung präsent und zeigt Motivation, sollte aber freundlich, kurz und nicht fordernd ausfallen.

Online-Bewerbung

Eine Online-Bewerbung ist die digitale Form des Bewerbungs-Versands über ein Online-Portal des Arbeitgebers oder per E-Mail. Üblich sind drei Formate: die E-Mail-Bewerbung mit PDF-Anhang, die Bewerbung über das Karriere-Portal des Unternehmens und die Bewerbung über Stellenbörsen wie Stepstone oder LinkedIn. Wichtig sind ein ATS-taugliches PDF, sinnvolle Dateinamen und das vollständige Ausfüllen aller Pflichtfelder.

Personalfragebogen

Ein Personalfragebogen ist ein standardisierter Fragebogen zur Erfassung persönlicher und beruflicher Daten eines neuen Mitarbeiters. Er wird meist erst nach Vertragsabschluss zur Stammdaten-Pflege ausgefüllt, gelegentlich aber auch im Bewerbungsprozess. Zulässig sind Fragen mit Tätigkeits-Bezug, während Fragen zu Schwangerschaft, Religion oder Gesundheit ohne Stellen-Bezug nach dem AGG unzulässig sind.

Probearbeit

Probearbeit ist ein praktischer Test im Rahmen des Bewerbungsprozesses. Du bist für einige Stunden oder Tage im Betrieb tätig, damit Arbeitgeber und Bewerber prüfen können, ob die Zusammenarbeit passt. Sobald du echte Arbeit leistest, hast du Anspruch auf Vergütung nach dem Mindestlohn.

Referenzen

Referenzen sind Empfehlungen oder Auskunfts-Personen, die deine fachliche Eignung, dein Verhalten oder deine Arbeitserfahrung gegenüber einem potenziellen Arbeitgeber bestätigen können. Sie ergänzen Bewerbungsunterlagen, ersetzen in Deutschland aber meist nicht das klassische Arbeitszeugnis.

Sperrvermerk

Ein Sperrvermerk ist ein Hinweis in deiner Bewerbung, mit dem du den potenziellen neuen Arbeitgeber bittest, deinen aktuellen Arbeitgeber nicht zu kontaktieren. Er schützt dich davor, dass dein Chef ungewollt von deinen Wechsel-Plänen erfährt. Üblich ist die Formulierung am Ende des Anschreibens.

Stellenanzeige

Eine Stellenanzeige ist die öffentliche Ausschreibung einer offenen Position durch einen Arbeitgeber. Sie beschreibt das Unternehmen, die Aufgaben, das Anforderungsprofil und den Bewerbungsweg und ist damit die wichtigste Informationsquelle für deine maßgeschneiderte Bewerbung.

Trainee-Programm

Ein Trainee-Programm ist ein strukturiertes Einstiegs-Programm für Hochschulabsolventen, das in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten dauert. In dieser Zeit durchläufst du mehrere Abteilungen oder Funktionen eines Unternehmens und wirst gezielt auf eine Fach- oder Führungsposition vorbereitet.

Zwischenzeugnis

Ein Zwischenzeugnis ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das du während des laufenden Arbeitsverhältnisses erhältst, nicht erst bei dessen Beendigung. Es bewertet Tätigkeit, Leistung und Verhalten im Präsens und wird etwa bei einem Vorgesetztenwechsel oder vor einer Bewerbung ausgestellt.

KI und Bewerbung

KI-Tools, Tracking-Systeme und automatisierte Auswahl.

Vorstellungsgespraech

Begriffe rund um Interview und Auswahlverfahren.

Assessment-Center

Mehrstufiges Auswahlverfahren, in dem Bewerber in Einzel- und Gruppenuebungen beobachtet werden. Dauert meist einen bis drei Tage und wird vor allem von Konzernen, Beratungen und im Trainee-Recruiting eingesetzt. Bewerter sind Personalverantwortliche und Fachfuehrungskraefte.

Elevator Pitch

Ein Elevator Pitch ist eine prägnante Selbstvorstellung, die in der Zeit einer Aufzugfahrt von 30 bis 60 Sekunden auf den Punkt bringt, wer du bist, was du kannst und was du willst. Der Begriff stammt aus dem Vertrieb. In der Bewerbung dient er als kurze Antwort auf die Frage 'Erzählen Sie von sich', beim Networking, auf Karrieremessen und in der Selbstpräsentation.

STAR-Methode

Die STAR-Methode ist eine strukturierte Antwort-Technik für verhaltensbasierte Interview-Fragen. Das Akronym steht für Situation, Task, Action und Result: Du beschreibst die Ausgangslage, deine Aufgabe darin, was du konkret getan hast und welches messbare Ergebnis dabei herauskam. So werden deine Kompetenzen für Personalverantwortliche nachvollziehbar und überprüfbar.

Stärken und Schwächen

Die Frage nach Stärken und Schwächen ist die häufigste Selbsteinschätzungs-Frage im Vorstellungsgespräch. Bei den Stärken nennst du zwei bis drei relevante Eigenschaften und belegst sie mit konkreten Beispielen. Bei den Schwächen nennst du eine echte, aber nicht stellenkritische Schwäche und zeigst, wie du daran arbeitest. Getarnte Stärken und Floskeln solltest du vermeiden.

Telefoninterview

Ein Telefoninterview ist ein telefonisches Vorabgespräch im Bewerbungsprozess, meist als erstes Screening durch HR. In rund 15 bis 30 Minuten klärt das Unternehmen Eckdaten wie Verfügbarkeit, Gehaltsvorstellung und Motivation und prüft deine Kommunikationsfähigkeit. Es liegt häufig vor dem eigentlichen Vorstellungsgespräch und entscheidet, wer eine Runde weiterkommt.

Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch ist das persönliche Treffen zwischen Bewerber/in und Arbeitgeber im Bewerbungsprozess. Es dient beiden Seiten dazu, Passung, Fähigkeiten und Motivation zu prüfen und gemeinsam zu entscheiden, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Je nach Unternehmen finden ein bis drei Gespräche statt, telefonisch, per Video oder vor Ort.

Allgemein

Grundbegriffe und Querschnittsthemen.

AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)

Das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) ist seit dem 18. August 2006 in Kraft und schützt Bewerber vor Diskriminierung wegen Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Im Vorstellungsgespräch dürfen Arbeitgeber bestimmte Fragen nicht stellen, und bei Verstößen drohen Entschädigungen von bis zu drei Monatsgehältern.

Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsvertrag ist der schriftliche Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, der die wesentlichen Bedingungen eines Beschäftigungsverhältnisses regelt. Seit dem 1. August 2022 schreibt das Nachweisgesetz vor, welche Angaben darin enthalten sein müssen. Vor der Unterschrift lohnt sich eine sorgfältige Prüfung von Tätigkeit, Gehalt, Probezeit und Kündigungsfristen.

Aufhebungsvertrag

Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis einvernehmlich durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ohne Kündigung und ohne Kündigungsfrist. Er regelt Beendigungsdatum, oft eine Abfindung und das Arbeitszeugnis. Wer ihn unterschreibt, riskiert jedoch eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.

Befristeter Arbeitsvertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag endet automatisch nach einer festgelegten Zeit oder mit Erreichen eines bestimmten Zwecks, ohne dass eine Kündigung nötig ist. Rechtsgrundlage ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), und die Befristung muss vor Arbeitsbeginn schriftlich vereinbart sein, sonst gilt der Vertrag als unbefristet. Befristet Beschäftigte haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie unbefristet Beschäftigte.

Berufsausbildung

Eine Berufsausbildung ist eine strukturierte, mehrjährige Ausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Sie vermittelt theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten und schließt mit einer Prüfung sowie einem anerkannten Berufsabschluss ab. Die drei Hauptformen sind die duale Ausbildung, die schulische Ausbildung und die Beamtenausbildung.

DIN 5008

Deutsche Norm fuer die Gestaltung von Geschaeftsbriefen und Bewerbungsanschreiben. Aktuelle Fassung: Maerz 2020. Sie legt fest, wo Empfaenger, Datum, Betreff und Anrede stehen und welche Schrift- und Randmasse gelten.

Duales Studium

Ein duales Studium ist eine Studienform, die ein vollwertiges Hochschulstudium mit intensiven Praxisphasen in einem Unternehmen verbindet. Du studierst also nicht nur an einer Hochschule, sondern arbeitest parallel als Praxispartner-Mitarbeiter und erhältst dafür eine monatliche Vergütung.

Elternzeit

Elternzeit ist der gesetzliche Anspruch auf eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit zur Betreuung des eigenen Kindes, geregelt im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Sie dauert bis zu drei Jahre pro Kind, ist beim Arbeitgeber sieben Wochen vorher schriftlich anzumelden und schützt mit einem besonderen Kündigungsschutz vor einer Entlassung.

Gleichstellung (SGB IX)

Die Gleichstellung nach §2 Abs. 3 SGB IX ist die rechtliche Anerkennung einer Person mit einem Grad der Behinderung (GdB) zwischen 30 und 49 als schwerbehindert. Damit erhalten Betroffene zentrale Schutzrechte und Förderungen, die sonst erst ab GdB 50 greifen. Beantragt wird die Gleichstellung bei der Bundesagentur für Arbeit.

Hard Skills

Hard Skills sind fachliche, mess- und nachweisbare Qualifikationen mit klarem Bezug zu einem Beruf oder einer Tätigkeit. Dazu zählen Software-Kenntnisse, Sprachen mit Niveau, Abschlüsse, Zertifikate und Lizenzen. Sie sind die Keyword-Basis im ATS und sollten im Lebenslauf immer mit Beleg und Niveau erscheinen.

Homeoffice

Homeoffice bezeichnet Erwerbsarbeit, die von der eigenen Wohnung aus erledigt wird, und ist Teil des mobilen Arbeitens beziehungsweise Remote Work. Einen generellen Rechtsanspruch auf Homeoffice gibt es in Deutschland nach wie vor nicht (Stand 2026), die Vereinbarung erfolgt im Arbeitsvertrag oder über eine Betriebsvereinbarung. Üblich sind vollständig ortsunabhängige Modelle, hybride Lösungen mit Teiltagen im Büro und mobiles Arbeiten von beliebigen Orten aus.

Kündigungsfrist

Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum zwischen dem Aussprechen einer Kündigung und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses. Sie ist gesetzlich in §622 BGB geregelt, kann aber durch Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag verlängert werden. Im Bewerbungsprozess bestimmt sie deinen frühestmöglichen Eintrittstermin.

Minijob

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung mit begrenztem monatlichen Verdienst, die sozialversicherungsrechtlich begünstigt ist. Die Verdienstgrenze liegt 2026 bei rund 556 Euro pro Monat, weil sie dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt ist. Als Arbeitnehmer zahlst du keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, hast aber volle Arbeitnehmerrechte wie Mindestlohn, bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit.

Nebentätigkeit

Eine Nebentätigkeit ist eine zusätzliche Erwerbstätigkeit neben dem Hauptarbeitsverhältnis. Grundsätzlich ist sie durch die Berufsfreiheit geschützt und damit erlaubt, häufig schreibt der Arbeitsvertrag aber eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht vor. Grenzen setzen das Arbeitszeitgesetz mit höchstens 48 Stunden pro Woche im Schnitt, das Verbot von Konkurrenztätigkeit und die Pflicht, die Hauptbeschäftigung nicht zu beeinträchtigen.

Onboarding

Onboarding ist der strukturierte Prozess der Einarbeitung und Integration neuer Mitarbeiter in ein Unternehmen. Er beginnt oft schon vor dem ersten Arbeitstag (Pre-Boarding) und reicht über die ersten Wochen bis in die ersten Monate der Beschäftigung. Die Qualität des Onboardings entscheidet oft darüber, ob neue Mitarbeiter langfristig bleiben.

Praktikum

Ein Praktikum ist eine befristete praktische Tätigkeit in einem Betrieb, die dem Sammeln von Berufserfahrung und der beruflichen Orientierung dient. Je nach Form ist es vorgeschrieben oder freiwillig und kann mit oder ohne Mindestlohn vergütet werden.

Probezeit

Die Probezeit ist die Anfangsphase eines neuen Arbeitsverhältnisses, in der für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen gilt und der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz noch nicht greift. Sie darf höchstens sechs Monate dauern und muss schriftlich im Arbeitsvertrag vereinbart sein. Beide Seiten nutzen diese Zeit, um zu prüfen, ob das Arbeitsverhältnis langfristig passt.

Sabbatical

Ein Sabbatical ist eine längere berufliche Auszeit von meist einem bis zwölf Monaten bei bestehendem Arbeitsverhältnis, etwa für Reise, Weiterbildung, Familie oder Erholung. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht, das Sabbatical wird individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart. Je nach Modell läuft die Sozialversicherung weiter oder muss freiwillig abgesichert werden.

Schwerbehindertenausweis

Der Schwerbehindertenausweis ist ein behördlicher Nachweis für Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) ab 50. In der Bewerbung musst du den Status grundsätzlich nicht offenlegen, kannst dir aber durch eine gezielte Angabe Vorteile sichern, etwa die Pflicht-Einladung im öffentlichen Dienst.

Soft Skills

Soft Skills sind überfachliche persönliche Kompetenzen, die nicht an einen konkreten Beruf gebunden sind. Sie umfassen soziale, methodische und persönlichkeitsbezogene Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz oder Belastbarkeit. Im Gegensatz zu Hard Skills lassen sie sich nicht durch Zertifikate, sondern nur durch konkrete Erfahrungs-Beispiele belegen.

Teilzeit

Teilzeit ist eine Beschäftigung mit einer kürzeren regelmäßigen Arbeitszeit als bei einer vergleichbaren Vollzeitstelle. Geregelt ist sie im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). In Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitenden hast du nach sechs Monaten Beschäftigung einen Anspruch auf Teilzeit, in größeren Betrieben auch auf befristete Brückenteilzeit mit Rückkehrrecht. Als Teilzeitbeschäftigter hast du dieselben Rechte wie Vollzeitkräfte, nur anteilig.

TVöD

Der TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) regelt seit 2005 die Gehälter und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten bei Bund, Kommunen und kommunalen Krankenhäusern. Er ordnet jede Stelle einer Entgeltgruppe von E1 bis E15 sowie einer Erfahrungsstufe von 1 bis 6 zu.

Wettbewerbsverbot

Ein Wettbewerbsverbot ist eine vertragliche Klausel, die dir untersagt, während oder nach dem Arbeitsverhältnis für einen Konkurrenten zu arbeiten oder selbst in Konkurrenz zu treten. Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot muss schriftlich vereinbart werden, darf maximal zwei Jahre dauern und ist nur wirksam, wenn der Arbeitgeber eine Karenzentschädigung von mindestens 50 Prozent des letzten Bruttogehalts zahlt.

Zeitarbeit

Zeitarbeit ist eine Beschäftigungsform, bei der du fest bei einem Personaldienstleister angestellt bist und in dessen Auftrag bei wechselnden Kundenbetrieben arbeitest. Rechtsgrundlage ist das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Es sichert dir unter anderem gleiche Bezahlung wie der Stammbelegschaft nach neun Monaten und begrenzt die Einsatzdauer beim selben Betrieb.