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Bewerbung bei der Bundeswehr: Anschreiben & Lebenslauf
Bewerbung bei der Bundeswehr: Anschreiben-Muster, Lebenslauf-Schwerpunkte und Tipps für Mannschaft, Feldwebel, Offizier und zivile Karrierewege.
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Kurz erklärt: Die Bewerbung bei der Bundeswehr läuft zentral über das Karriere-Portal bundeswehrkarriere.de und die Karrierecenter in Berlin, Hannover, München, Wilhelmshaven, Düsseldorf, Stuttgart, Mainz, Erfurt und Kiel. Du wählst zuerst zwischen einer soldatischen Laufbahn (Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel, Offiziere) und einer zivilen Laufbahn (Beamte, Tarifbeschäftigte nach TVöD-Bund). Anschreiben und Lebenslauf müssen formell, sachlich und klar in Motivation und Verwendung sein. Geprüft wird in einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit Online-Test, Basis-Fitness-Test (BFT), psychologischer Eignungsuntersuchung (PKU) und Vorstellungs-Gespräch. Voraussetzung sind ein einwandfreies Führungszeugnis, die deutsche Staatsbürgerschaft, gesundheitliche Eignung sowie eine Sicherheitsüberprüfung (Ü1, Ü2 oder Ü3) je nach Verwendung. Wer dort wirklich punkten will, formuliert konkret, welche Teilstreitkraft (Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst, CIR, Streitkräftebasis) und welche Verwendung passt - und warum.
Bewerbung bei der Bundeswehr: Karrierewege im Überblick
Die Bundeswehr ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Sie beschäftigt rund 180.000 Soldatinnen und Soldaten sowie etwa 80.000 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend breit ist das Spektrum an Karrierewegen. Bevor du dein Anschreiben formulierst, solltest du wissen, in welche Laufbahn du dich bewirbst - das prägt Sprache, Schwerpunkte und Argumentation.
Soldatische Laufbahnen
Im militärischen Bereich gibt es vier Laufbahnen:
- Mannschaften: Einstieg als freiwilliger Wehrdienstleistender (FWDL, 7 bis 23 Monate) oder Soldat auf Zeit (SaZ). Sold rund 1.700 bis 2.400 Euro brutto, Verpflichtungsprämien bis 1.500 Euro möglich.
- Unteroffiziere ohne Portepee: Mittlere Führungsebene, häufig mit abgeschlossener Berufsausbildung. Sold 2.500 bis 3.500 Euro brutto.
- Feldwebel (Unteroffiziere mit Portepee): Mittlerer Dienst, Besoldungsgruppen A7 bis A9, rund 2.800 bis 3.800 Euro brutto. Klassische Aufstiegslaufbahn für ausgebildete Fachkräfte.
- Offiziere: Studium an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg oder an der Universität der Bundeswehr München, anschließend Verwendung als Leutnant (A9 bis A10, 3.400 bis 4.300 Euro brutto). Spätere Stufen reichen vom Hauptmann (A11 bis A12, 4.500 bis 5.500 Euro) bis Major und Oberst (A13 bis A16, 5.500 bis über 9.000 Euro).
Berufssoldat wirst du, wenn du nach Ablauf deiner Verpflichtungszeit übernommen wirst. Dazu kommen Spezialprogramme wie Studienoffizier, Fachoffizier und Reserveoffizier.
Teilstreitkräfte und Verwendungen
Die Bundeswehr gliedert sich in mehrere Organisationsbereiche, jeder mit eigenen Verwendungen:
- Heer: Panzergrenadier, Pionier, Logistik, Aufklärung.
- Luftwaffe: Jet-Piloten, Fluggerätemechaniker, Luftverkehrsregelung, Flugabwehrraketenpersonal.
- Marine: Bordpersonal, Mineure, U-Boot-Besatzungen, Marineflieger.
- Sanitätsdienst: Ärztinnen und Ärzte, Pflege, Rettungs- und Sanitätspersonal.
- CIR (Cyber- und Informationsraum): IT-Spezialistinnen und -Spezialisten, Netzwerk- und Cybersicherheit.
- Streitkräftebasis: Logistik, Feldjäger, ABC-Abwehr.
In deinem Anschreiben benennst du genau eine Verwendung als Ziel - sonst wirkt die Bewerbung beliebig.
Zivile Laufbahnen
Auf der zivilen Seite gliedert sich der Dienst in Beamtinnen und Beamte (mittlerer, gehobener und höherer technischer oder nicht-technischer Dienst) sowie Tarifbeschäftigte nach TVöD-Bund. Typische Bereiche sind:
- Ziviler IT-Dienst (BWI, CIR, ITZBund-Schnittstellen)
- Logistik und Beschaffung (BAAINBw)
- Recht, Personal und Verwaltung
- Bauwesen über die Bundesbauverwaltung BAIUDBw
Diese Wege funktionieren wie eine klassische Bewerbung im öffentlichen Dienst - inklusive Eingruppierung und Stellenausschreibung mit konkreter Kennziffer.
Auswahlverfahren: Was nach dem Anschreiben kommt
Das Anschreiben ist nur die erste Hürde. Wer eingeladen wird, durchläuft im Karrierecenter ein mehrstufiges Verfahren. Das solltest du im Anschreiben kennen und kurz andeuten.
Online-Test und Vorprüfung
Zuerst kommt ein computergestützter Test, der Kognition, Wahrnehmung und Konzentration prüft. Je nach Laufbahn variieren Aufgabenformate und Zeitfenster. Für Offiziersanwärter sind die Anforderungen deutlich höher als für die Mannschaftsebene.
Basis-Fitness-Test (BFT)
Sportlich musst du den Basis-Fitness-Test bestehen. Er besteht aus:
- 11x10-Meter-Sprint (Beweglichkeit und Schnellkraft)
- Klimmhang in gebeugter Armhaltung (Haltekraft)
- 1.000-Meter-Lauf (Ausdauer)
Die Mindestwerte unterscheiden sich nach Alter und Geschlecht. Wer schon vor der Bewerbung die Disziplinen trainiert, signalisiert Ernsthaftigkeit.
Ärztliche Untersuchung und PKU
Die ärztliche Untersuchung Bundeswehr prüft deine gesundheitliche Eignung (Sehkraft, Herz-Kreislauf, Belastbarkeit). Die psychologische Eignungsuntersuchung (PKU) bewertet Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Stressresistenz und Führungsverhalten. Für bestimmte Verwendungen (etwa Pilot oder U-Boot) gibt es zusätzliche Spezialuntersuchungen.
Vorstellungs-Gespräch und Sicherheitsüberprüfung
Im abschließenden Gespräch geht es um deine Motivation, dein Bild von der Bundeswehr und deine Verwendung. Parallel beginnt die Sicherheitsüberprüfung Ü1, Ü2 oder Ü3 - je nach Geheimhaltungsstufe der späteren Tätigkeit.
Anschreiben-Beispiel: Bewerbung als Offiziersanwärter
Das folgende Beispiel zeigt ein DIN-5008-Anschreiben für eine Bewerbung als Offiziersanwärter beim Karrierecenter der Bundeswehr Bremen.
Max Mustermann
Musterstraße 12
28195 Bremen
0151 23456789
max.mustermann@example.de
Karrierecenter der Bundeswehr Bremen
An der Reeperbahn 2
28217 Bremen
Bremen, 17. Mai 2026
Bewerbung als Offiziersanwärter im Heer mit Studium an der Universität der Bundeswehr
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Abschluss meines Abiturs am Gymnasium Horn (Notendurchschnitt 1,7) im Juni 2026 möchte ich mich bei Ihnen als Offiziersanwärter im Heer bewerben. Mein Ziel ist die Verwendung als Truppenoffizier in der Panzergrenadiertruppe mit anschließendem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr München.
Seit drei Jahren engagiere ich mich als Gruppenleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Horn und habe dort gelernt, wie ich Teams in Einsatzlagen führe, klar kommuniziere und unter Zeitdruck Entscheidungen treffe. Über ein Praktikum beim Landeskommando Bremen konnte ich erste Einblicke in militärische Strukturen, Führungskultur und Ausbildungsabläufe gewinnen. Sportlich bereite ich mich seit zwölf Monaten gezielt auf den Basis-Fitness-Test vor: Der 1.000-Meter-Lauf liegt aktuell bei 3:42 Minuten, der Klimmhang bei 78 Sekunden.
Die Bundeswehr überzeugt mich als Arbeitgeber durch klare Verantwortung, einen verbindlichen Werterahmen und die Verbindung aus akademischer Ausbildung und Führungsaufgabe. Besonders die Möglichkeit, nach dem Studium in der Truppe Verantwortung für Soldatinnen und Soldaten zu übernehmen, deckt sich mit meinen Zielen.
Ich verfüge über die deutsche Staatsbürgerschaft, ein einwandfreies Führungszeugnis und bin uneingeschränkt gesundheitlich belastbar. Für ein Vorstellungs-Gespräch sowie das Auswahlverfahren in Ihrem Karrierecenter stehe ich kurzfristig zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann
Drei Punkte machen dieses Anschreiben stark: Die Verwendung ist konkret benannt (Panzergrenadier, UniBw München), die Motivation knüpft an reale Erfahrungen an (Feuerwehr, Praktikum, BFT-Training), und die formellen Voraussetzungen sind klar bestätigt.
Lebenslauf-Schwerpunkte für die Bundeswehr
Der Lebenslauf folgt der klassischen tabellarischen DIN-5008-Form, sollte aber bundeswehrspezifische Schwerpunkte setzen.
Reihenfolge und Pflichtangaben
- Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit, Adresse, Kontaktdaten. Die Staatsangehörigkeit ist wichtig, weil sie Pflichtvoraussetzung ist.
- Schulbildung: Abschluss mit Note, Profilfächer (besonders Mathematik, Physik, Englisch).
- Studium oder Ausbildung: Bei zivilen Verwendungen und Offiziersbewerbungen mit Note und Schwerpunkten.
- Berufserfahrung und Praktika: Tätigkeit, Zeitraum, Verantwortungsbereich. Auch FSJ, BFD und ehrenamtliche Tätigkeiten zählen.
- Sprachen und IT: Englisch ist Standard, weitere Sprachen aufwerten. IT-Kenntnisse besonders für CIR-Verwendung detailliert auflisten.
- Sport, Ehrenamt, sonstige Qualifikationen: Vereinssport, THW, DLRG, Feuerwehr, Pfadfinder - alles, was Teamfähigkeit und Belastbarkeit zeigt.
Was du nicht vergessen darfst
Für jede Bewerbung bei der Bundeswehr gehören folgende Hinweise in den Lebenslauf oder den Anhang:
- Führerschein (Klasse und Erteilungsdatum)
- BFT-relevante Werte, sofern bereits trainiert
- Tauchschein, Segelschein, Funkzeugnis - alles, was zu deiner Wunschverwendung passt
- Erste-Hilfe-Kurs (für Sanitätsdienst Pflicht)
Bei zivilen Bewerbungen ergänzt du Tarifvorerfahrung im öffentlichen Dienst und eventuell schon vorhandene Sicherheitsüberprüfungen.
Zivile Karriere: Bewerbung im CIR und in der Verwaltung
Wer nicht in Uniform dienen möchte, kann sich zivil bei der Bundeswehr bewerben. Besonders gefragt sind IT-Profile, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Verwaltungsexperten.
CIR und IT-Dienst
Der Cyber- und Informationsraum ist seit 2017 eigener Organisationsbereich. Für zivile IT-Stellen suchen Bundeswehr und BWI:
- Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker für Systemintegration, Cybersicherheit und Anwendungsentwicklung
- Netzwerk- und Cloud-Spezialisten
- IT-Projektleitung und Anforderungsmanagement
In deinem Anschreiben benennst du die konkrete Stellenkennziffer, deine Eingruppierung (TVöD-Bund) und deine bisherigen Projekte. Sprache: sachlich, faktenorientiert, ohne Werbe-Floskeln. Wie das im Detail aussieht, zeigt unser Leitfaden zur Bewerbung als Fachinformatiker.
Verwaltung, Beschaffung und Bauwesen
Im Beschaffungsamt BAAINBw arbeitest du an Großprojekten mit Industrie und Forschung. Die Bundesbauverwaltung BAIUDBw plant und baut Liegenschaften für die Bundeswehr - vom Kasernenneubau bis zur Sanierung. Hier sind technische Berufsbilder wie Industriemechaniker, Architektinnen, Bauingenieure und Verwaltungsfachwirte gefragt. Der Bewerbungsprozess folgt den Regeln des öffentlichen Dienstes, inklusive Stellenausschreibung mit Anforderungsprofil.
Gehalt, Pension und Zusatzleistungen
Die Bundeswehr zahlt nach Bundesbesoldungsgesetz (Soldatinnen und Soldaten, Beamte) oder TVöD-Bund (Tarifbeschäftigte). Das ist kein Spitzenniveau im Vergleich zur freien Wirtschaft, dafür planbar und mit starken Zusatzleistungen.
- Mannschaft (Sold): 1.700 bis 2.400 Euro brutto
- Unteroffizier: 2.500 bis 3.500 Euro brutto
- Feldwebel (A7 bis A9): 2.800 bis 3.800 Euro brutto
- Leutnant (A9 bis A10): 3.400 bis 4.300 Euro brutto
- Hauptmann (A11 bis A12): 4.500 bis 5.500 Euro brutto
- Major bis Oberst (A13 bis A16): 5.500 bis über 9.000 Euro brutto
Dazu kommen Auslandszuschläge, Verpflichtungsprämien (FWDL bis 1.500 Euro), Wehrübungs-Sold für Reservisten sowie steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderregeln.
Nicht-monetäre Vorteile
- Kostenloses Bachelor- und Masterstudium an der HSU Hamburg oder UniBw München
- Freie Heilfürsorge für Soldatinnen und Soldaten
- Pension nach 12 Jahren Dienstzeit für Berufssoldaten und Beamte
- Familienfreundliche Tarife, Kita-Plätze und Auslandsumzugskostenpauschale
- Zugang zu Sportanlagen, Schulungen und Weiterbildung über die Bundeswehr-Akademien
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr?
Vom Eingang der Bewerbung bis zum Einstellungstermin vergehen häufig drei bis neun Monate. Online-Test und Sport-Test laufen oft in zwei bis drei Tagen, danach folgen ärztliche Untersuchung, PKU und Sicherheitsüberprüfung. Plane vor allem für die Sicherheitsüberprüfung Ü2 oder Ü3 deutlich mehr Zeit ein - sie wird durch das BAMAD oder das BfV durchgeführt.
Brauche ich für die Bewerbung als Soldat einen perfekten Lebenslauf?
Nein, aber er muss sauber, lückenlos und ehrlich sein. Brüche darfst du nicht verstecken. Wichtiger als Bestnoten sind klare Motivation, sportliche Eignung, Teamerfahrung und ein einwandfreies Führungszeugnis. Schummeln führt spätestens bei der Sicherheitsüberprüfung zum Aus.
Kann ich mich zivil und militärisch parallel bewerben?
Ja, das ist möglich, sollte aber strategisch sein. Du kannst zum Beispiel eine zivile IT-Stelle in der BWI und parallel eine soldatische Verwendung im CIR anstreben. Wichtig: In jedem Anschreiben argumentierst du sauber für genau diese Verwendung, nicht für alles auf einmal.
Muss ich für eine Bewerbung bei der Bundeswehr schon fit sein?
Der Basis-Fitness-Test ist Pflicht, aber realistisch trainierbar. Drei bis sechs Monate gezielte Vorbereitung (Sprint, Klimmhang, Ausdauerlauf) reichen für die meisten Bewerberinnen und Bewerber. Für Spezialverwendungen (Fallschirmjäger, Kampfschwimmer, KSK) gelten deutlich höhere Werte - dort solltest du langfristig planen.
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