Glossar

Anrede im Anschreiben

Die Anrede ist der Eröffnungssatz im Anschreiben. Welche Formen es gibt und wann welche passt.

Definition

Die Anrede ist die formelle Begrüßungs-Zeile am Anfang eines Anschreibens, direkt vor dem eigentlichen Brief-Text. Sie endet mit einem Komma, steht an der linken Margin und wird durch eine Leerzeile vom ersten Absatz getrennt. Die richtige Form richtet sich danach, ob du einen konkreten Ansprechpartner kennst.

Kurz erklärt: Die Anrede ist die formelle Begrüßungs-Zeile am Anfang eines Anschreibens, direkt vor dem eigentlichen Brief-Text. Sie endet mit einem Komma, steht an der linken Margin und wird durch eine Leerzeile vom ersten Absatz getrennt. Die richtige Form richtet sich danach, ob du einen konkreten Ansprechpartner kennst.

Was bedeutet Anrede im Anschreiben?

Die Anrede, auch Salutation, Anrede-Zeile oder Anschriftens-Anrede genannt, ist der erste Satz, den die Person in der Personalabteilung von dir liest. Sie steht zwischen Betreff und Einleitung und signalisiert in Sekunden, wie sorgfältig du die Stellenanzeige gelesen und wie gut du recherchiert hast. Eine korrekte, personalisierte Anrede zeigt Wertschätzung. Eine generische oder fehlerhafte Anrede wirkt austauschbar.

In der deutschen Geschäftskorrespondenz folgt die Anrede festen Konventionen. Sie ist kein Stilelement, sondern eine Norm: Die DIN 5008 regelt sogar Position und Abstände. Genau deshalb fällt jede Abweichung sofort auf, im Positiven wie im Negativen.

Die wichtigsten Anrede-Formen mit Beispielen

Hier die Standard-Formen, sortiert von formell zu informell:

Formell mit Ansprechpartner (Regelfall):

  • "Sehr geehrte Frau Schmidt,"
  • "Sehr geehrter Herr Schmidt,"

Diese Form ist in 90 Prozent der Bewerbungen die richtige Wahl. Sie passt für alle Branchen und Hierarchie-Ebenen, von der Pflegekraft bis zur Geschäftsführung.

Formell mit akademischem Titel:

  • "Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt,"
  • "Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Schmidt,"

Akademische Titel werden in der Anrede genannt, wenn sie auf der Visitenkarte, in der LinkedIn-Bio oder im Impressum stehen. Der Doktortitel ("Dr.") wird grundsätzlich genannt, der Professorentitel ("Prof.") ebenfalls. Bei mehreren Titeln gilt: vom höchsten zum niedrigsten, also "Prof. Dr." und nicht "Dr. Prof.".

Achtung Stolperfalle: Wenn du nur den Titel und nicht "Herr/Frau" verwendest, ist das in manchen Kreisen üblich, in der Standard-Bewerbung aber unüblich. Die richtige Form lautet:

  • Richtig: "Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller," (wenn du Herr/Frau verwenden willst)
  • Auch richtig: "Sehr geehrter Prof. Dr. Müller," (knappere Variante, häufig im akademischen Umfeld)

Wenn du unsicher bist, bleib bei "Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller,". Diese Form ist nie falsch.

Allgemein-Form ohne Ansprechpartner:

  • "Sehr geehrte Damen und Herren,"

Diese Anrede ist akzeptabel, wenn trotz gründlicher Recherche kein Name verfügbar ist. Sie ist kein Fehler, aber auch kein Pluspunkt. Wann immer möglich, lohnt sich der Rechercheaufwand für einen konkreten Namen.

Informell (nur in Ausnahmen):

  • "Hallo Frau Schmidt,"

Diese Form passt ausschließlich, wenn die Stellenanzeige explizit duzt oder mit "Hallo" beginnt. Start-ups, Agenturen oder die Kreativ-Branche signalisieren manchmal aktiv, dass formelle Anreden unerwünscht sind. In allen anderen Fällen wirkt "Hallo" zu locker.

Genderneutrale Anrede:

Wenn die Ansprechperson nicht-binär ist oder du das Geschlecht aus dem Namen nicht ableiten kannst, gibt es zwei gangbare Wege:

  • "Guten Tag Alex Schmidt," (informeller, aber genderneutral und sicher)
  • "Sehr geehrte Person Alex Schmidt," (selten verwendet, klingt für viele ungewohnt)

In der Praxis hat sich "Guten Tag" bei genderneutraler Ansprache durchgesetzt, gerade in Stellenanzeigen mit (m/w/d). Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt diese Form.

Was du in der Anrede vermeiden solltest

Ein paar Formulierungen wirken sofort daneben:

  • "Liebe Frau Schmidt," ist zu vertraulich. "Lieb" passt unter Kolleginnen und Kollegen, nicht in einer Erst-Bewerbung.
  • "Hochverehrte Damen und Herren," klingt nach 1950. Vermeiden.
  • "Hi Frau Schmidt," ist zu informell und wirkt respektlos, selbst bei Du-Kultur.
  • "Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller" ohne Komma am Ende ist orthografisch falsch. Die Anrede endet IMMER mit einem Komma.
  • Nach dem Komma folgt eine Leerzeile, dann der erste Absatz. Bündig an der linken Margin.

Ein weiterer Klassiker: Tippfehler im Namen. Wenn die Person "Schmitt" heißt und du "Schmidt" schreibst, hast du im ersten Eindruck einen Punkt verloren. Vor dem Absenden den Namen Zeichen für Zeichen mit der Quelle abgleichen.

Wie du den richtigen Ansprechpartner findest

Eine personalisierte Anrede beginnt mit Recherche. Diese vier Schritte führen fast immer zum Ziel:

  1. Stellenanzeige lesen. Oft steht am Ende ein Name mit Kontakt-Daten. Manche Firmen verstecken den Namen in der Mitte des Anzeigentexts.
  2. Karriere-Seite der Firma. Im Bereich "Über uns" oder "HR-Team" werden häufig Recruiter:innen mit Foto und Funktion vorgestellt.
  3. LinkedIn und Xing. Suche nach Firmennamen plus "HR", "Personal", "Recruiting" oder "Talent Acquisition". Bei Fach-Stellen kann auch die Abteilungs-Leitung zuständig sein.
  4. Telefonisch nachfragen. Ein Anruf in der Personalabteilung ("Mit wem darf ich mein Anschreiben adressieren?") kostet zwei Minuten und liefert in 80 Prozent der Fälle den Namen samt Funktion und Schreibweise.

Wenn alle vier Wege ergebnislos bleiben, ist "Sehr geehrte Damen und Herren," die akzeptierte Lösung. Mehr Hintergrund dazu findest du im Ratgeber Anschreiben ohne Ansprechpartner.

Format-Vorgaben nach DIN 5008

Die Anrede ist Teil eines genormten Geschäftsbriefs. Die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Die Anrede steht linksbündig, ohne Einzug.
  • Sie endet mit einem Komma.
  • Zwischen Anrede und erstem Absatz steht eine Leerzeile.
  • Der erste Buchstabe nach dem Komma im ersten Satz ist klein (es sei denn, das Wort wird ohnehin großgeschrieben).
  • Schriftart und Schriftgröße entsprechen dem Rest des Anschreibens, kein Fett, kein Kursiv.

Beispiel:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige als Marketing-Managerin gelesen ...

Eine vollständige Übersicht zum Aufbau gibt der Ratgeber Anschreiben nach DIN 5008.

Häufige Fragen

Was schreibe ich, wenn ich kein Geschlecht aus dem Namen ableiten kann?

Bei Namen wie "Kim Lee" oder "Andrea" (im Italienischen männlich, im Deutschen weiblich) hilft ein kurzer Blick auf LinkedIn oder Xing. Dort sind Pronomen oder Fotos meist eindeutig. Wenn nicht, nutze "Guten Tag Kim Lee,". Diese Form ist genderneutral und respektvoll.

Darf ich den Doktortitel weglassen?

Den Doktortitel solltest du nicht weglassen, sobald er öffentlich auftaucht. Wer "Dr." auf der Visitenkarte oder im Impressum trägt, erwartet die Nennung. Den Professorentitel weglassen ist ein noch größerer Fauxpas. Im Zweifel lieber den Titel mit nennen.

Ist "Sehr geehrte Damen und Herren" wirklich noch zeitgemäß?

Ja, im formellen Kontext schon. Die Form ist neutral, etabliert und nirgends als unhöflich konnotiert. Personalisierung schlägt sie zwar im Eindruck, aber wenn personalisierte Recherche scheitert, ist die Allgemein-Form weiterhin Standard.

Kann ich in einer Online-Bewerbung über ein Formular auf die Anrede verzichten?

Nein. Auch wenn du Felder ausfüllst und ein Anschreiben hochlädst, gehört die Anrede in das hochgeladene Dokument. Sie ist Teil des Anschreibens, nicht des Formulars.

Mehr zum Thema findest du im vertiefenden Ratgeber zur Anrede ohne Ansprechpartner.

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