Glossar
Bewerbungsfoto
Bewerbungsfoto erklaert: ob es heute noch noetig ist, wie es aussehen sollte und worauf bei Stil, Hintergrund und Format zu achten ist.
Definition
Professionelles Portraitfoto, das traditionell Teil der deutschen Bewerbung war. Seit Inkrafttreten des AGG (2006) freiwillig. In klassischen Branchen weiterhin verbreitet, im internationalen Kontext, in Tech und Startups eher unueblich oder verpoent.
Kurz erklaert: Ein Bewerbungsfoto ist ein professionelles Portraitfoto, das frueher zwingend zu jeder deutschen Bewerbung gehoerte. Seit dem AGG (2006) ist es freiwillig. In klassischen deutschen Branchen wie Bankwesen, Versicherungen und Mittelstand noch weit verbreitet, in Tech, Startups und international jedoch unueblich oder ausdruecklich nicht erwuenscht.
Pflicht oder Kuer
In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von 2006 nicht mehr Pflicht. Niemand darf dich wegen fehlendem Foto aussortieren, oder muss das zumindest nicht offenlegen.
In der Praxis ist die Lage differenzierter:
- In Banken, Versicherungen, klassischem Mittelstand wird ein Foto noch oft erwartet.
- In Tech, Startups und modernen Beratungen ist Foto seltener und manchmal sogar irritierend.
- Im internationalen Kontext (USA, UK, viele andere) ist Foto sogar unprofessionell oder rechtlich verboten.
- Bei kundenorientierten Rollen (Vertrieb, Empfang, oeffentliches Auftreten) wird es noch eher erwartet.
Faustregel: Wenn du nicht weisst, ob ein Foto erwartet wird, nutze die Webseite des Unternehmens als Indikator. Wenn dort lauter gestellte Mitarbeiterfotos zu sehen sind, ist Foto in der Bewerbung wahrscheinlich willkommen.
Was ein gutes Bewerbungsfoto auszeichnet
- Professioneller Fotograf. Selfies oder Handyfotos sind selten ausreichend.
- Neutraler Hintergrund. Hellgrau, weiss oder dezent in Markenfarbe. Keine Wohnzimmer, kein Buero im Hintergrund.
- Passendes Outfit. Branchengerecht. Im klassischen Mittelstand Hemd oder Bluse, im Tech-Bereich gepflegt-laessig.
- Freundlicher, ruhiger Blick. Leichtes Laecheln. Kein steifes Studiofoto-Smile.
- Aktualitaet. Maximal zwei bis drei Jahre alt. Mit Studienanfaenger-Foto bewirbt man sich nicht zehn Jahre lang.
- Format. Hochformat, ueblicherweise 4:5 oder 3:4. Aufloesung mindestens 600x800 Pixel.
Wo das Foto platziert wird
Drei Optionen:
- Auf dem Deckblatt. Klassische Wahl, vor allem in konservativen Branchen.
- Auf dem Lebenslauf rechts oben. Heute am haeufigsten in modernen Bewerbungen.
- Gar nicht. Wenn du auf ein Foto verzichtest, brauchst du dafuer keine Begruendung im Anschreiben.
Wichtig: Das Foto erscheint nicht mehrfach. Wer es auf Deckblatt UND Lebenslauf platziert, wirkt unbeholfen.
Bewerbungsfoto und ATS
Ein technisches Detail: ATS-Systeme parsen Bilddateien nicht. Wenn dein Lebenslauf in ein ATS hochgeladen wird, ist das Foto faktisch unsichtbar fuer das System. Die Bewertung der Bewerbung erfolgt also auf Text-Basis. Das Foto zaehlt erst, wenn ein Mensch deinen Lebenslauf manuell ansieht.
Haeufige Verwechslungen
Bewerbungsfoto ist nicht das Foto auf dem Personalausweis. Frontal, neutral, ohne Persoenlichkeit, das ist Pass-Stil. Bewerbungsfotos duerfen leicht angewinkelt und mit dezentem Ausdruck sein.
Bewerbungsfoto ist auch nicht das LinkedIn-Foto. LinkedIn-Bilder sind oft Headshots mit staerkerer Hintergrund-Unschaerfe. Fuer die Bewerbung darf der Rahmen formaler sein.
"Modern" heisst nicht "Schwarz-Weiss". Schwarz-Weiss-Fotos sind zwar trendig, koennen in konservativen Branchen aber unaktuell wirken. Sicher ist ein gutes Farbfoto.
Was du wissen musst
- Kein Foto = kein Fehler. Aber Branchen-Konvention pruefen.
- Professionelles Foto vom Fotografen, kein Selfie.
- Neutraler Hintergrund, freundlicher Blick, branchengerechtes Outfit.
- Maximal zwei bis drei Jahre alt.
- Nur an einer Stelle platzieren: entweder Deckblatt ODER Lebenslauf.
Mehr Details und Branchen-Vergleich findest du in unserem Ratgeber Lebenslauf Foto: ja oder nein.
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