Glossar
Praktikum
Ein Praktikum ist eine befristete praktische Lernphase im Betrieb. Welche Formen es gibt, wann Mindestlohn gilt und wie du dich bewirbst.
Definition
Ein Praktikum ist eine befristete praktische Tätigkeit in einem Betrieb, die dem Sammeln von Berufserfahrung und der beruflichen Orientierung dient. Je nach Form ist es vorgeschrieben oder freiwillig und kann mit oder ohne Mindestlohn vergütet werden.
Kurz erklärt: Ein Praktikum ist eine befristete praktische Tätigkeit in einem Betrieb, die dem Sammeln von Berufserfahrung und der beruflichen Orientierung dient. Je nach Form ist es vorgeschrieben oder freiwillig und kann mit oder ohne Mindestlohn vergütet werden.
Was bedeutet Praktikum?
Ein Praktikum ist eine zeitlich befristete praktische Tätigkeit, bei der du echte Arbeitsabläufe in einem Unternehmen kennenlernst. Im Vordergrund steht nicht die fertige Arbeitskraft, sondern das Lernen: Du sammelst Berufserfahrung, prüfst, ob ein Berufsfeld zu dir passt, und baust erste Kontakte in der Branche auf. Genau diese Orientierungsfunktion unterscheidet das Praktikum von einem regulären Job.
Praktika begleiten viele Lebensphasen. Schülerinnen und Schüler nutzen sie zur Berufsorientierung, Studierende vertiefen damit ihr Fachwissen, und Berufseinsteiger sammeln den ersten echten Praxisbezug für den Lebenslauf. Auch beim Wechsel in ein neues Feld kann ein Praktikum eine sinnvolle Brücke sein, ähnlich wie der Einstieg über eine Berufsausbildung oder ein duales Studium.
Wichtig ist: Praktikum ist nicht gleich Praktikum. Ob es vorgeschrieben oder freiwillig ist, wie lange es dauert und ob es vergütet wird, hängt von der konkreten Form ab. Diese Unterscheidung entscheidet auch darüber, ob dir gesetzlicher Mindestlohn zusteht.
Die wichtigsten Formen des Praktikums
In Deutschland haben sich mehrere Praktikumsformen etabliert, die sich in Zweck und rechtlicher Einordnung deutlich unterscheiden:
- Pflichtpraktikum: Es ist in einer Studien- oder Schulordnung verbindlich vorgeschrieben und damit fester Bestandteil deiner Ausbildung. Ohne dieses Praktikum kannst du dein Studium oder deinen Bildungsabschluss nicht abschließen.
- Freiwilliges Praktikum: Du absolvierst es zur eigenen Orientierung, ohne dass es eine Ordnung verlangt. Typisch ist das in den Semesterferien oder nach dem Schulabschluss, um ein Berufsfeld auszuprobieren.
- Vorpraktikum: Es ist Voraussetzung, um überhaupt einen Studienplatz zu bekommen, vor allem in technischen und sozialen Studiengängen. Du weist damit vor Studienbeginn erste einschlägige Praxis nach.
- Praxissemester: Ein ganzes, in den Studienverlauf integriertes Semester verbringst du im Betrieb. Es zählt als Studienleistung und verbindet Theorie und Praxis besonders eng.
Diese Formen können sich in der Praxis überschneiden. Entscheidend für deine Rechte ist immer, ob das Praktikum verpflichtend oder freiwillig ist und wie lange es dauert.
Mindestlohn und Vergütung beim Praktikum
Ob dir Mindestlohn zusteht, regelt das Mindestlohngesetz (MiLoG). Die Logik dahinter ist, dass Praktika mit klarem Lern- und Ausbildungscharakter anders behandelt werden als längere freiwillige Einsätze, die einem regulären Arbeitsverhältnis ähneln.
- Mindestlohnfrei sind Pflichtpraktika, die in einer Studien- oder Schulordnung vorgeschrieben sind, unabhängig von ihrer Dauer.
- Mindestlohnfrei sind außerdem freiwillige Praktika zur Orientierung, solange sie nicht länger als drei Monate dauern.
- Mindestlohnpflichtig sind freiwillige Praktika, die länger als drei Monate dauern. Ab dem ersten Tag gilt dann der gesetzliche Mindestlohn, der 2026 bei rund 13,90 Euro pro Stunde liegt.
Auch wenn kein Anspruch auf Mindestlohn besteht, zahlen viele Betriebe freiwillig eine Aufwandsentschädigung. Was möglich ist, lässt sich oft schon vor Beginn klären. Die Höhe einer freiwilligen Vergütung darfst du in der Bewerbung sachlich ansprechen, ähnlich wie bei einer Gehaltsvorstellung im regulären Bewerbungsverfahren.
Versicherung, Zeugnis und der Weg zum Praktikumsplatz
Während eines Praktikums bist du in der Regel über den Betrieb gesetzlich unfallversichert. Das bedeutet, dass Arbeitsunfälle und Wege zur Praktikumsstelle abgesichert sind, ohne dass du dich selbst darum kümmern musst. Bei längeren oder vergüteten Praktika können zusätzlich Beiträge zur Sozialversicherung anfallen, das hängt von Form und Dauer ab.
Am Ende hast du Anspruch auf ein Praktikumszeugnis. Du kannst dabei ein qualifiziertes Zeugnis verlangen, das nicht nur deine Tätigkeiten auflistet, sondern auch Leistung und Verhalten bewertet. Ein solches qualifiziertes Zeugnis ist für spätere Bewerbungen deutlich wertvoller als eine bloße Bestätigung, ähnlich wie beim regulären Arbeitszeugnis. Bitte deshalb aktiv um die ausführliche Variante.
Die Bewerbung um ein Praktikum folgt denselben Grundlagen wie jede andere Bewerbung, setzt aber andere Schwerpunkte:
- Anschreiben mit klarer Lernmotivation: Stelle in den Vordergrund, was du lernen und ausprobieren willst, nicht nur, was du schon kannst. Konkrete Tipps liefert der Ratgeber Anschreiben für Praktikum und Ausbildung.
- Lebenslauf: Ein sauberer, lückenloser Lebenslauf zeigt deinen bisherigen Werdegang. Wie du Praktika und eine Werkstudenten-Tätigkeit wirkungsvoll darstellst, erklärt der Beitrag Praktika und Werkstudententätigkeit im Lebenslauf.
- Relevante Zeugnisse: Schul-, Studien- oder frühere Praktikumszeugnisse belegen deine Eignung und runden die Unterlagen ab.
Ein gut gewähltes Praktikum ist oft ein zentraler Türöffner. Aus einem überzeugenden Einsatz entstehen regelmäßig Werkstudentenstellen, Abschlussarbeiten im Unternehmen oder direkt ein Einstieg nach dem Abschluss. Achte deshalb schon bei der Bewerbung auf einen realistischen Eintrittstermin, damit Praktikum und Studienplan zusammenpassen.
Häufige Fragen
Bekomme ich im Praktikum Mindestlohn?
Das hängt von Form und Dauer ab. Pflichtpraktika nach Studien- oder Schulordnung sind mindestlohnfrei, ebenso freiwillige Orientierungspraktika bis zu drei Monaten. Ein freiwilliges Praktikum, das länger als drei Monate dauert, ist dagegen mindestlohnpflichtig. 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei rund 13,90 Euro pro Stunde.
Was ist der Unterschied zwischen Pflichtpraktikum und freiwilligem Praktikum?
Ein Pflichtpraktikum ist in einer Studien- oder Schulordnung verbindlich vorgeschrieben und Teil deiner Ausbildung. Ein freiwilliges Praktikum machst du aus eigenem Antrieb zur Orientierung, ohne dass eine Ordnung es verlangt. Dieser Unterschied entscheidet auch darüber, ob und ab wann dir Mindestlohn zusteht.
Habe ich Anspruch auf ein Praktikumszeugnis?
Ja. Du hast Anspruch auf ein Praktikumszeugnis und kannst die qualifizierte Variante verlangen, die deine Leistung und dein Verhalten bewertet. Ein qualifiziertes Zeugnis ist für spätere Bewerbungen aussagekräftiger als eine einfache Tätigkeitsbestätigung, deshalb solltest du aktiv danach fragen.
Worauf kommt es in der Bewerbung um ein Praktikum an?
Im Mittelpunkt steht deine Lernmotivation. Mache im Anschreiben deutlich, was du im Betrieb lernen und erproben möchtest, und ergänze einen sauberen Lebenslauf sowie relevante Zeugnisse. Da bei Praktika oft noch wenig Berufserfahrung vorliegt, zählen Neugier, Engagement und ein realistischer Bezug zur Stelle besonders stark.
Ein durchdachtes Praktikum ist häufig der erste Schritt in den Beruf. Damit die Bewerbung sitzt, hilft dir bewerbung.express: aus Lebenslauf und Stellenanzeige entsteht ein passgenauer Entwurf mit klarer Lernmotivation in 90 Sekunden, ab 4 Euro. Pay-per-Use, kein Konto.
Verwandte Begriffe
Verwandte Artikel
Brauchst du Hilfe bei deiner Bewerbung?
Bewerbung.express schreibt dir dein Anschreiben und deinen Lebenslauf in 90 Sekunden ab 4 Euro. Kein Abo, nur einmal zahlen.
Jetzt erstellen