Anschreiben-Ratgeber
Anschreiben Schluss: starke Formulierungen ohne Konjunktiv
Wie du den Schluss deines Anschreibens aktiv und überzeugend formulierst, ohne Demut oder Konjunktiv. Mit 10 erprobten Beispielen.
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Kurz erklärt: Ein guter Schluss im Anschreiben ist kurz (2-3 Sätze), aktiv formuliert und ohne Konjunktive wie „ich würde mich freuen". Er nennt deine konkrete Verfügbarkeit und drückt einen klaren Wunsch nach einem Gespräch aus. Die Schlussformel ist „Mit freundlichen Grüßen" ohne Komma, gefolgt von drei Leerzeilen und dem getippten Namen.
Anschreiben Schluss: warum die letzten Sätze so wichtig sind
Personaler lesen ein Anschreiben oft in einer bestimmten Reihenfolge: erst die Einleitung (entscheidet, ob weitergelesen wird), dann den letzten Absatz (zeigt, wie sicher und konkret die Person abschließt), dann der Hauptteil. Der Schluss ist also nicht das Schlusslicht, sondern Teil des ersten Eindrucks.
Ein schwacher Schluss kann eine starke Bewerbung verwässern. Ein starker Schluss kann eine durchschnittliche Bewerbung aufwerten. Das gute: Die Patterns sind klar, jeder kann sie lernen.
Was der Schluss leisten muss
Drei Dinge gehören in den Schluss:
- Konkrete Verfügbarkeit. Wann kannst du anfangen? Wie sieht deine Kündigungsfrist aus?
- Wunsch nach Gespräch. Aktiv formuliert, ohne Bittstellung.
- Schlussformel und Unterschrift. „Mit freundlichen Grüßen" ohne Komma, drei Leerzeilen für Unterschrift, getippter Name.
Mehr nicht. Der Schluss ist nicht der Ort für neue Argumente, Nebenbei-Bemerkungen oder Wiederholungen aus dem Hauptteil.
Die fünf häufigsten Schluss-Fehler
Fehler 1: Konjunktive
„Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich zu einem persönlichen Gespräch einladen würden."
Warum schlecht? Drei Konjunktive in einem Satz („würde", „würden", „freuen"). Das wirkt unterwürfig und unsicher. Personaler wollen Selbstbewusstsein sehen.
Fehler 2: Pure Demut
„Über eine positive Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar."
Warum schlecht? „Dankbar" suggeriert: Du tust mir einen Gefallen. In Wirklichkeit suchst du einen Job, der Personaler sucht eine Person. Augenhöhe.
Fehler 3: Wiederholung des Anschreibens
„Mit meinen oben genannten Qualifikationen und meiner Berufserfahrung bin ich sicher die richtige Wahl für Ihre Stelle."
Warum schlecht? Du wiederholst, was schon im Hauptteil stand. Der Schluss soll vorwärtsblicken, nicht rückwärts.
Fehler 4: Vage Verfügbarkeit
„Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung."
Warum schlecht? Wann? Ab wann? Wie lange? Personaler haben konkrete Zeitpläne. „Gerne" sagt nichts aus.
Fehler 5: Über-Höfliche Verbeugung
„Mit den besten Grüßen und in Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich Ihr ergebener…"
Warum schlecht? Stil aus den 50er Jahren. Heute klingt das ironisch oder veraltet, je nach Generation der Lesenden.
Vier Muster, die wirklich funktionieren
Muster 1: Konkrete Verfügbarkeit + Gesprächs-Wunsch
„Über die Möglichkeit, mich persönlich vorzustellen, freue ich mich. Ab dem 1. Juli stehe ich Ihnen zur Verfügung."
Warum gut? Zwei Sätze. Aktiv formuliert. Konkretes Datum. Klarer Wunsch nach Gespräch.
Muster 2: Mit Kündigungsfrist
„Für ein persönliches Gespräch nehme ich mir gerne Zeit. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Quartalsende."
Warum gut? Klare Verfügbarkeits-Information. Realistische Erwartung. Keine vagen Wendungen.
Muster 3: Bei zusätzlicher Flexibilität
„Über ein persönliches Gespräch freue ich mich. Auch ein Online-Termin zur ersten Kennenlernrunde passt für mich gut."
Warum gut? Signalisiert Flexibilität, ohne anbiedernd zu wirken. Macht es dem Personaler einfach, dich einzuladen.
Muster 4: Mit Folgehandlung
„Über eine Einladung freue ich mich. Bei Rückfragen bin ich unter +49 30 1234567 erreichbar."
Warum gut? Aktiver Hinweis auf Erreichbarkeit. Zeigt: Du bist greifbar, nicht nur als E-Mail-Adresse.
Zehn erprobte Schluss-Formulierungen
Direkt einsatzbereit, je nach Situation:
Standard (Berufserfahrene)
-
„Über die Möglichkeit, mich persönlich vorzustellen, freue ich mich. Ab dem 1. Juli stehe ich Ihnen zur Verfügung."
-
„Für ein persönliches Gespräch nehme ich mir gerne Zeit. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Monatsende."
-
„Über eine Einladung freue ich mich. Mein frühestmöglicher Eintrittstermin ist der 15. September."
Standard (Berufseinsteiger)
-
„Über die Einladung zu einem Gespräch freue ich mich. Eine Einarbeitung ab dem 1. August passt zu meiner aktuellen Planung."
-
„Über ein persönliches Gespräch freue ich mich. Mein Studium beende ich Mitte Juni, ab Juli stehe ich Ihrem Team zur Verfügung."
Bei aktiver Stellensuche
-
„Über eine Einladung freue ich mich. Mein aktuelles Anstellungsverhältnis endet zum 30. April, ab Mai bin ich sofort verfügbar."
-
„Für ein Gespräch nehme ich mir gerne Zeit. Aktuell stehe ich ohne Bindung zur Verfügung und kann kurzfristig einsteigen."
Für Initiativbewerbung
-
„Falls eine passende Stelle aktuell oder in absehbarer Zeit zu besetzen ist, freue ich mich über Ihre Rückmeldung. Für ein erstes Gespräch bin ich flexibel verfügbar."
-
„Über die Möglichkeit, gemeinsam zu prüfen, ob meine Qualifikationen zu Ihren aktuellen oder kommenden Anforderungen passen, freue ich mich."
Bei Quereinstieg
- „Über die Möglichkeit, persönlich zu erläutern, wie meine bisherigen Erfahrungen zu Ihrer Stelle passen, freue ich mich. Ab dem 1. September stehe ich Ihnen zur Verfügung."
Wähle das Muster, das zu deiner Situation passt, und passe es mit konkreten Daten an.
Die Schlussformel: „Mit freundlichen Grüßen"
Nach dem Schlussabsatz kommt die Schlussformel. Hier gilt:
- Eine Leerzeile nach dem letzten Inhalts-Satz
- „Mit freundlichen Grüßen" ohne Komma am Ende (DIN-Standard seit 1996)
- Drei Leerzeilen für die handschriftliche Unterschrift
- Getippter Name in einer Zeile
Beispiel-Aufbau am Ende des Anschreibens:
Über die Möglichkeit, mich persönlich vorzustellen, freue ich mich.
Ab dem 1. Juli stehe ich Ihnen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
[Hier die handschriftliche Unterschrift einfügen]
Max Mustermann
Bei digitalen Bewerbungen über Online-Portale kannst du auf die Unterschrift verzichten. Bei E-Mail-Bewerbungen wird oft eine eingescannte Unterschrift eingefügt.
Varianten der Schlussformel
„Mit freundlichen Grüßen" ist Standard. Es gibt seltene Alternativen, die in bestimmten Kontexten passen:
- „Mit besten Grüßen" — etwas internationaler, in jüngeren Branchen üblich
- „Mit kollegialen Grüßen" — bei interner Bewerbung innerhalb derselben Firma
- „Freundliche Grüße" — etwas legerer, bei Startup-Bewerbungen denkbar
Was du eher vermeiden solltest:
- „Hochachtungsvoll" — wirkt steif, fast ironisch
- „Liebe Grüße" — zu informell für Bewerbung
- „Beste Grüße" allein — wirkt abgekürzt
Spezialfälle
Bei zweistufigem Bewerbungsprozess
Wenn die Stelle ein Bewerbungs-Portal mit nachgeschalteten Online-Tests erwartet, kannst du im Schluss darauf eingehen:
„Für die nächsten Schritte des Bewerbungsverfahrens stehe ich gerne zur Verfügung. Ihren Eignungstest kann ich kurzfristig durchführen."
Bei laufenden anderen Verfahren
Manche Bewerber befinden sich in mehreren laufenden Bewerbungsverfahren. Wenn du klare Erwartungen kommunizieren willst:
„Da ich aktuell auch in anderen Bewerbungsverfahren bin, freue ich mich über eine zeitnahe Rückmeldung. Ein erstes Gespräch ist bei mir kurzfristig möglich."
Nach persönlichem Gespräch
Wenn du dich nach einem Networking-Event oder Vorgespräch bewirbst:
„Über die Möglichkeit, das in unserem Gespräch am 15. April angesprochene Thema in konkreter Position zu vertiefen, freue ich mich. Mein Eintrittstermin lässt sich an Ihren Wunschtermin anpassen."
Die Verbindung zur Einleitung
Ein guter Schluss greift inhaltlich auf, was die Einleitung versprochen hat. Hat die Einleitung mit „Ihr Schwerpunkt auf Service-Mesh-Architektur deckt sich mit meinem aktuellen Fokus" begonnen, kann der Schluss aufnehmen:
„Über die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch konkrete Schritte zur Service-Mesh-Migration zu besprechen, freue ich mich. Ab dem 1. Juli stehe ich Ihnen zur Verfügung."
Diese Klammer zwischen Einleitung und Schluss wirkt durchdacht und professionell.
Mehr zur Einleitung findest du im Einleitungs-Artikel. Den vollen Aufbau eines DIN-konformen Anschreibens zeigt unsere DIN-5008-Anleitung. Konkrete Beispiel-Anschreiben mit gutem Schluss findest du im Beispiel-Artikel.
Wenn dir kein guter Schluss einfällt
Manchmal schreibt sich der Schluss in fünf Minuten, manchmal hängst du eine halbe Stunde am letzten Satz. Spezialisierte Tools wie bewerbung.express liefern aus deinem Lebenslauf und der Stellenanzeige automatisch einen DIN-konformen Schluss, den du dann mit deinem konkreten Eintrittsdatum anpasst. Schneller als jede Schreibblockade.
Häufige Fragen
Sollte ich „Mit freundlichen Grüßen" mit oder ohne Komma schreiben?
Ohne Komma. „Mit freundlichen Grüßen" ist eine eigenständige Verabschiedung, die DIN-Norm hat das Komma am Ende seit 1996 abgeschafft.
Wie viele Sätze sollte der Schluss haben?
Zwei bis drei Sätze. Mehr wirkt aufgeblasen, weniger zu abrupt.
Soll ich konkrete Verfügbarkeit nennen, auch wenn ich noch nicht gekündigt habe?
Ja, mit deiner Kündigungsfrist. „Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Quartalsende" ist klar und realistisch.
Kann ich mehrere Telefonnummern oder Erreichbarkeiten angeben?
Lieber nicht im Anschreiben. Eine Telefonnummer reicht. Mehr Kontaktdaten gehören in den Lebenslauf.
Was wenn ich im Anschreiben ein Gehalts-Statement machen muss?
Wenn die Stellenanzeige explizit nach Gehaltsvorstellung fragt, gehört diese in einen eigenen Absatz vor dem Schluss, nicht in den Schluss selbst. Beispiel: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 65.000 Euro brutto jährlich." Dann den normalen Schluss anhängen.
Sollte ich nochmal danken im Schluss?
„Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit" wirkt heute oft übertrieben. Wenn überhaupt, dann subtil: „Über eine Einladung freue ich mich" reicht völlig.