Glossar
Referenzen
Referenzen sind Empfehlungen früherer Arbeitgeber oder Auftraggeber. Wann sie sinnvoll sind und wie du sie korrekt angibst.
Definition
Referenzen sind Empfehlungen oder Auskunfts-Personen, die deine fachliche Eignung, dein Verhalten oder deine Arbeitserfahrung gegenüber einem potenziellen Arbeitgeber bestätigen können. Sie ergänzen Bewerbungsunterlagen, ersetzen in Deutschland aber meist nicht das klassische Arbeitszeugnis.
Kurz erklärt: Referenzen sind Empfehlungen oder Auskunfts-Personen, die deine fachliche Eignung, dein Verhalten oder deine Arbeitserfahrung gegenüber einem potenziellen Arbeitgeber bestätigen können. Sie ergänzen Bewerbungsunterlagen, ersetzen in Deutschland aber meist nicht das klassische Arbeitszeugnis.
Was bedeutet Referenz in der Bewerbung?
Eine Referenz ist im Bewerbungskontext eine Person, die deine Qualifikation und Persönlichkeit bestätigt, oder ein schriftliches Empfehlungsschreiben, das eine solche Bestätigung enthält. Im Englischen spricht man von "References" oder "Letters of Recommendation", die Person selbst wird im Deutschen als Referenzgeber oder Referenzgeberin bezeichnet.
Während im angelsächsischen Raum Referenzen ein selbstverständlicher Teil jeder Bewerbung sind, spielen sie in Deutschland eine deutlich kleinere Rolle. Der Grund: Das qualifizierte Arbeitszeugnis erfüllt hierzulande eine ähnliche Funktion und ist gesetzlich verankert. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Referenzen auch in deutschen Bewerbungsverfahren sinnvoll oder sogar gewünscht sind.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen:
- Schriftliche Referenz: Ein vorab verfasstes Empfehlungsschreiben, das der Bewerbung beigelegt wird. Üblich im akademischen Bereich, bei Stipendien und bei internationalen Bewerbungen.
- Mündliche Referenz: Du gibst Kontaktdaten zu Personen an, die bei Bedarf vom Arbeitgeber kontaktiert werden dürfen. Diese Form ist im deutschen Berufsleben verbreiteter.
Wann sind Referenzen in der Bewerbung sinnvoll?
Nicht jede Bewerbung braucht Referenzen. In folgenden Situationen können sie deine Unterlagen jedoch deutlich aufwerten:
Wechsel ohne aktuelles Arbeitszeugnis: Wenn du dich aus einem laufenden Beschäftigungsverhältnis bewirbst und einen Sperrvermerk gesetzt hast, fehlt das aktuelle Zeugnis in deinen Unterlagen. Eine Referenz aus einer früheren Position kann diese Lücke teilweise schließen.
Internationale oder akademische Bewerbungen: Bei Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder Arbeitgebern aus dem englischsprachigen Raum sind "Letters of Recommendation" oft Pflicht. Plane hier ausreichend Vorlauf ein, weil Professorinnen und Mentoren Zeit für ein aussagekräftiges Schreiben brauchen.
Berufs-Wechsel aus Selbstständigkeit: Wer aus der Selbstständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis möchte, hat kein klassisches Arbeitszeugnis. Kunden-Referenzen sind hier ein zentrales Element, um die eigene Arbeitsweise zu belegen. Mehr dazu findest du im Ratgeber zur Bewerbung nach Selbstständigkeit.
Quereinstiegs-Bewerbungen: Bei einem Wechsel in eine neue Branche kannst du mit Praktikums-Referenzen oder Empfehlungen aus Weiterbildungen zeigen, dass du in der neuen Rolle bereits Eindruck hinterlassen hast.
Ausdrückliche Aufforderung in der Stellenanzeige: Steht in der Anzeige "Bitte fügen Sie Referenzen bei" oder "Please provide references", ist die Angabe Pflicht. Eine Bewerbung ohne diese Angabe wirkt unaufmerksam.
Typische Referenzgeber und ihre Eignung
Nicht jede beliebige Person eignet sich als Referenzgeber. Wähle Menschen, die deine Arbeit wirklich kennen und seriös einschätzen können:
- Ehemalige Vorgesetzte: Die häufigste und glaubwürdigste Quelle. Eine direkte Führungskraft kann konkrete Aufgaben, Projekte und Ergebnisse bestätigen.
- Kunden oder Auftraggeber: Besonders relevant für Selbstständige, Berater oder Vertriebsmitarbeitende. Eine Kunden-Referenz zeigt, dass deine Leistung am Markt überzeugt hat.
- Mentorinnen und Mentoren: Wenn du an einem strukturierten Mentoring-Programm teilgenommen hast, kann ein Mentor deine fachliche und persönliche Entwicklung bestätigen.
- Hochschul-Professorinnen und Professoren: Für Berufseinsteiger, akademische Stellen und Stipendien-Bewerbungen oft die wichtigste Quelle.
- Betreuer aus Trainee-Programmen oder Praktika: Gerade bei Quereinstiegs-Bewerbungen ein wertvoller Beleg für deine Lernkurve in einem neuen Feld.
Vermeide private Kontakte, Familienmitglieder oder Personen, mit denen du nur sporadisch zusammengearbeitet hast. Ein Personalverantwortlicher merkt schnell, wenn eine Referenz oberflächlich oder gefälligkeitshalber ausgestellt wurde.
Pflicht zur Vorabsprache mit Referenzgebern
Bevor du eine Person als Referenz angibst, ist eine ausdrückliche Zustimmung Pflicht. Das hat mehrere Gründe:
- Höflichkeit und Vorbereitung: Niemand möchte unangekündigt von einem fremden Arbeitgeber angerufen werden. Wer überrascht wird, antwortet zurückhaltend oder ablehnend.
- Briefing zur konkreten Stelle: Erkläre deinem Referenzgeber, auf welche Position du dich bewirbst und welche Schwerpunkte für den neuen Arbeitgeber wichtig sind. So kann er gezielt die passenden Aspekte deiner Arbeit hervorheben.
- Aktualität der Kontaktdaten: Verifiziere Telefonnummer, E-Mail-Adresse und aktuelle berufliche Position. Eine veraltete oder falsche Nummer macht einen unprofessionellen Eindruck.
- DSGVO-Konformität: Kontaktdaten Dritter darfst du nur mit deren Zustimmung an einen potenziellen Arbeitgeber weitergeben. Ohne Einwilligung verstößt du gegen den Datenschutz.
Format: So gibst du Referenzen in der Bewerbung an
Es gibt mehrere etablierte Wege, Referenzen in den Bewerbungsunterlagen zu platzieren:
Variante 1 — Hinweis am Ende des Lebenslaufs:
"Referenzen werden auf Anfrage gerne zur Verfügung gestellt."
Diese diskrete Formulierung signalisiert, dass du Referenzgeber benannt hast, ohne Kontaktdaten ungefragt zu teilen. Geeignet, wenn die Stellenanzeige Referenzen nicht ausdrücklich verlangt.
Variante 2 — Eigene Sektion im Lebenslauf:
Eine eigene Rubrik "Referenzen" am Ende des tabellarischen Lebenslaufs listet zwei bis drei Personen mit:
- Vor- und Nachname, akademischer Titel
- Aktuelle Funktion und Unternehmen
- Telefonnummer (geschäftlich)
- E-Mail-Adresse (geschäftlich)
- Optional: Art der Zusammenarbeit und Zeitraum
Variante 3 — Schriftliches Empfehlungsschreiben als Anhang:
Bei akademischen oder internationalen Bewerbungen fügst du das fertige Empfehlungsschreiben als eigenständiges PDF an die Bewerbungsmappe an. Achte auf Briefkopf, Unterschrift und ein aktuelles Datum.
Rechtliche und strategische Vorsicht
Bei Referenzen gibt es einige Stolperfallen, die du kennen solltest:
Aktueller Arbeitgeber als Referenz: Wer einen Sperrvermerk gesetzt hat, kann nicht gleichzeitig den aktuellen Vorgesetzten als Referenz angeben — beides widerspricht sich. Greife auf Personen aus früheren Stationen zurück.
Datenschutz nach DSGVO: Die Weitergabe personenbezogener Kontaktdaten ist nur mit Einwilligung zulässig. Hole diese am besten schriftlich oder per E-Mail ein und bewahre sie auf.
Qualität vor Quantität: Drei sorgfältig ausgewählte Referenzgeber sind aussagekräftiger als zehn beliebige Namen. Personalverantwortliche rufen ohnehin selten mehr als zwei Personen an.
Verhältnis zum Arbeitszeugnis: In Deutschland bleibt das qualifizierte Arbeitszeugnis das wichtigste Bewertungsinstrument. Referenzen ergänzen, ersetzen es aber nicht. Wer seine Zeugnisformulierungen besser einordnen möchte, findet im Ratgeber zu Arbeitszeugnis-Formulierungen eine Übersicht der Geheimcodes.
Häufige Fragen zu Referenzen in der Bewerbung
Sind Referenzen in deutschen Bewerbungen Pflicht?
Nein. In Deutschland sind Referenzen grundsätzlich freiwillig. Pflicht werden sie nur, wenn die Stellenanzeige sie ausdrücklich verlangt oder bei internationalen und akademischen Bewerbungen. Das qualifizierte Arbeitszeugnis übernimmt hierzulande meist die Rolle der Referenz.
Wie viele Referenzen sollte ich angeben?
Zwei bis drei Referenzgeber gelten als ideal. Diese Zahl signalisiert Substanz, ohne den Anschein zu erwecken, du würdest dich übermäßig absichern wollen. Achte darauf, dass die Personen unterschiedliche Facetten deiner Arbeit abdecken, etwa fachliche Tiefe, Teamfähigkeit und Kundenkontakt.
Was tun, wenn ich keine Referenzgeber habe?
Berufseinsteiger und Quereinsteiger haben oft keine klassischen Vorgesetzten-Referenzen. Greife in diesem Fall auf Praktikumsbetreuer, Dozentinnen, Trainer aus Weiterbildungen oder Projektpartner zurück. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten können Referenzgeber liefern. Mehr dazu im Ratgeber zum Quereinstieg.
Darf ich eine Referenz selbst schreiben?
Manche Referenzgeber bitten dich, einen Entwurf vorzubereiten, den sie anschließend überarbeiten und unterzeichnen. Das ist akzeptabel, solange das Schreiben am Ende inhaltlich vom Referenzgeber getragen und unterschrieben wird. Bleibe bei Formulierungen ehrlich und überzogene Lobeshymnen vermeidest du besser.
Mehr zum Thema findest du im vertiefenden Ratgeber zu Arbeitszeugnis-Formulierungen.
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