Glossar

TVöD

Der TVöD regelt Tarife im öffentlichen Dienst. Was die Entgeltgruppen E1 bis E15 bedeuten und wie du sie in der Bewerbung richtig adressierst.

Definition

Der TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) regelt seit 2005 die Gehälter und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten bei Bund, Kommunen und kommunalen Krankenhäusern. Er ordnet jede Stelle einer Entgeltgruppe von E1 bis E15 sowie einer Erfahrungsstufe von 1 bis 6 zu.

Kurz erklärt: Der TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) regelt seit 2005 die Gehälter und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten bei Bund, Kommunen und kommunalen Krankenhäusern. Er ersetzt den alten BAT und ordnet jede Stelle einer Entgeltgruppe von E1 bis E15 sowie einer Erfahrungsstufe von 1 bis 6 zu. In Bewerbungen für den öffentlichen Dienst ist die Kenntnis des TVöD entscheidend, weil du deine Eingruppierung selbst einschätzen und im Anschreiben adressieren solltest.

Was bedeutet TVöD?

Der TVöD ist der zentrale Tarifvertrag für Angestellte im öffentlichen Dienst in Deutschland. Er wurde am 1. Oktober 2005 zwischen den Gewerkschaften (insbesondere ver.di und dbb) und den öffentlichen Arbeitgebern abgeschlossen und löste den Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) ab. Der TVöD regelt verbindlich Gehälter, Arbeitszeit, Urlaub, Sonderzahlungen und Kündigungsfristen für mehrere Millionen Beschäftigte.

Wichtig zu wissen: Der TVöD gilt nicht für alle Bereiche des öffentlichen Dienstes. Für die Bundesländer existiert ein eigener Tarifvertrag, der TV-L (Tarifvertrag der Länder). Beamtinnen und Beamte fallen nicht unter den TVöD, sondern unter die jeweilige Besoldungsordnung (A-, B- oder W-Besoldung). Für die Bewerbung relevant ist deshalb immer die Frage: Bewirbst du dich beim Bund, bei einer Kommune, bei einem Bundesland oder in einem speziellen Bereich wie Pflege oder Sozialdienst?

Die wichtigsten TVöD-Varianten im Überblick

Der TVöD ist in mehrere Sparten unterteilt, die jeweils eigene Tabellen und Eingruppierungsregeln haben:

  • TVöD-Bund: Gilt für Beschäftigte beim Bund, also in Bundesministerien, Bundesbehörden und nachgeordneten Einrichtungen.
  • TVöD-VKA: Gilt für Kommunen und kommunale Arbeitgeber (Stadtverwaltungen, Landkreise, Gemeinden, kommunale Unternehmen). VKA steht für Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände.
  • TVöD-K: Sondertarif für Beschäftigte in Krankenhäusern kommunaler Träger.
  • TVöD-SuE: Regelt den Sozial- und Erziehungsdienst, also Erzieherinnen, Sozialarbeiter, Heilerziehungspflegerinnen und ähnliche Berufe.
  • TVöD-P: Eigene Entgeltordnung für Pflegeberufe (Pflegefachkräfte, Krankenpflegerinnen, Altenpflegerinnen).
  • TVöD-V: Für Versorgungsbetriebe wie Stadtwerke, Wasserversorgung oder Müllabfuhr.

Parallel dazu existiert der TV-L für die Bundesländer, der eine sehr ähnliche, aber nicht identische Struktur hat. Bewirbst du dich also an einer Landesbehörde, einer Landesuniversität oder einem Landeskrankenhaus, gilt der TV-L mit oft leicht abweichenden Gehältern.

Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen: Wie viel verdienst du?

Das Herzstück des TVöD ist die Entgelttabelle. Sie ordnet jede Tätigkeit einer Entgeltgruppe und einer Erfahrungsstufe zu.

Die Entgeltgruppen E1 bis E15

Die Entgeltgruppen reichen von E1 (einfache Helfertätigkeiten ohne Ausbildung) bis E15 (höchste Tarifgruppe, in der Regel für Akademikerinnen und Akademiker mit Leitungsfunktion). Daneben gibt es Sondergruppen:

  • S1 bis S18 für den Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE)
  • P5 bis P16 für Pflegeberufe (TVöD-P)

Die Erfahrungsstufen 1 bis 6

Innerhalb jeder Entgeltgruppe gibt es sechs Stufen, die deine Berufserfahrung abbilden:

  • Stufe 1: Berufseinsteiger ohne einschlägige Erfahrung
  • Stufe 2: Nach 1 Jahr in Stufe 1
  • Stufe 3: Nach 3 Jahren in Stufe 2 (also nach 4 Jahren insgesamt)
  • Stufe 4: Nach 6 Jahren in Stufe 3
  • Stufe 5: Nach 10 Jahren in Stufe 4
  • Stufe 6: Nach 15 Jahren in Stufe 5

Wenn du einschlägige Berufserfahrung mitbringst, kannst du direkt in einer höheren Stufe einsteigen. Das ist Verhandlungssache und sollte spätestens im Vorstellungsgespräch geklärt werden.

Typische Eingruppierungen nach Beruf

| Beruf | Entgeltgruppe | |-------|---------------| | Verwaltungsfachangestellte (Sachbearbeitung) | E5 bis E8 | | Erzieherinnen | S8a oder S8b | | Sozialarbeiter mit Bachelor | S11b oder S12 | | Pflegefachkraft (TVöD-P) | P7 oder P8 | | Akademiker mit Master (z.B. Stadtplaner, Bibliothekare) | E13 | | Führungskräfte mit Leitungsverantwortung | E14 bis E15 |

Konkrete Bruttogehälter 2026 (Beispiele)

Die folgenden Werte sind Beispielgehälter und können je nach Tarifrunde leicht abweichen:

  • E9b Stufe 3: ca. 3.700 Euro brutto pro Monat
  • E11 Stufe 3: ca. 4.400 Euro brutto pro Monat
  • E13 Stufe 3: ca. 5.100 Euro brutto pro Monat

Die Gehälter werden regelmäßig durch Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern angepasst, meist jährlich.

TVöD in der Bewerbung: So adressierst du die Eingruppierung richtig

Im Anschreiben für den öffentlichen Dienst ist es üblich und gewünscht, dass du eine konkrete Vorstellung zur Eingruppierung formulierst. Das zeigt, dass du den Tarifvertrag verstehst und deine eigene Position realistisch einschätzt.

Eine bewährte Formulierung lautet:

"Eine Eingruppierung in E9b TVöD-VKA Stufe 3 entsprechend meiner einschlägigen Berufserfahrung halte ich für angemessen."

Achte darauf, immer drei Angaben zu machen:

  1. Entgeltgruppe (z.B. E9b, S11b, P7)
  2. Tarifwerk (TVöD-Bund, TVöD-VKA, TVöD-K, TVöD-SuE, TVöD-P, TV-L)
  3. Erfahrungsstufe (1 bis 6)

Wenn du dir bei der Eingruppierung unsicher bist, schaue in die Stellenanzeige. Seriöse Arbeitgeber im öffentlichen Dienst nennen die Entgeltgruppe oft direkt in der Ausschreibung. Steht dort beispielsweise "Vergütung nach E11 TVöD-VKA", kannst du das im Anschreiben aufgreifen.

Sonderzahlungen und Zusatzleistungen

Neben dem monatlichen Tarifgehalt umfasst der TVöD weitere Leistungen, die das Gesamtpaket attraktiv machen:

  • Jahressonderzahlung: Zahlung im November, in der Regel zwischen 60 und 90 Prozent eines Monatsgehalts, abhängig von Entgeltgruppe und Tarifgebiet.
  • Leistungsentgelt: Eine zusätzliche leistungsbezogene Zahlung, die je nach Dienststelle unterschiedlich gehandhabt wird.
  • Vermögenswirksame Leistungen: Monatlicher Zuschuss zur Vermögensbildung.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Über die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder).
  • 30 Tage Urlaub ab dem ersten Beschäftigungsjahr.
  • Wochenarbeitszeit: 39 Stunden (TVöD-VKA) bzw. 39 Stunden (TVöD-Bund West).

Diese Zusatzleistungen sind ein wichtiges Argument bei der Entscheidung für den öffentlichen Dienst, auch wenn das Grundgehalt nicht immer mit der freien Wirtschaft mithalten kann.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV-L?

Der TVöD gilt für Bund, Kommunen und kommunale Krankenhäuser. Der TV-L (Tarifvertrag der Länder) regelt die Gehälter der Beschäftigten der Bundesländer, also etwa an Landesbehörden, Landesuniversitäten oder Landesgerichten. Die Strukturen sind sehr ähnlich, die konkreten Gehälter weichen aber leicht voneinander ab.

Wie finde ich heraus, in welche Entgeltgruppe ich falle?

Maßgeblich sind die Tätigkeitsmerkmale in der Entgeltordnung des jeweiligen Tarifvertrags. In der Praxis nennt der Arbeitgeber die Entgeltgruppe in der Stellenausschreibung. Zusätzlich gibt es Online-Rechner und Tabellen auf den Seiten der Gewerkschaften ver.di und dbb.

Kann ich über die Eingruppierung verhandeln?

Die Entgeltgruppe selbst ist durch die Tätigkeit festgelegt und nicht verhandelbar. Verhandeln kannst du aber die Erfahrungsstufe, wenn du einschlägige Berufserfahrung mitbringst. Hier lohnt es sich, vor dem Vorstellungsgespräch konkrete Belege (Zeugnisse, Arbeitsverträge) bereitzulegen.

Gilt der TVöD auch für Beamte?

Nein. Beamtinnen und Beamte werden nach der Besoldungsordnung bezahlt (A-Besoldung für den gehobenen und mittleren Dienst, B-Besoldung für Spitzenpositionen, W-Besoldung für Professorinnen und Professoren). Der TVöD gilt ausschließlich für tariflich Beschäftigte.

Mehr zum Thema findest du im vertiefenden Ratgeber zur Bewerbung im öffentlichen Dienst.

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